Raich bläst zur Aufholjagd

27. Jänner 2007, 17:30
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Vor Slalom-Dreierpack im Weltcup 205 Punkte hinter Svindal - Herbst für Comeback gerüstet - Pranger: "Dafür arbeitet man ganzen Sommer"

Kitzbühel - Für die Slalom-Asse geht es ab sofort Schlag auf Schlag. Am Samstag und Sonntag (jeweils 10:30 und 13:15 Uhr) steht der Doppelpack in Kitzbühel auf dem Programm, am Dienstag folgt dann quasi als i-Tüpfelchen der Slalom-Festtage das "Nightrace" in Schladming (18:00 und 20:45 Uhr). Trotz der Absage der Speed-Bewerbe erwarten die Veranstalter in Kitz einen Fanansturm, am Samstag rechnet man mit 30.000 und am Sonntag mit 20.000 Zuschauern. Die Österreicher sind für die Heimspiele auf jeden Fall bestens gerüstet.

Die ÖSV-Stars absolvierten am Freitagvormittag die mit Spannung erwartete Besichtigung des Kitz-Slalom-Kurses "neu". 2007 wird aus schneetechnischen Gründen nicht auf dem klassischen Ganslernhang gefahren, der Slalom endet mit dem Schlusshang und somit auch im Zielraum der Abfahrt. Benjamin Raich und Co. ließen keine Minute ungenutzt, um sich für die Highlights in Schuss zu bringen. Direkt nach der Hangbefahrung ging es mit dem Hubschrauber nach Neunkirchen, wo noch eine Trainingseinheit eingeschoben wurde.

Slalom-Asse im Mittelpunkt

Raich, der vor dem Slalom-Dreierpack im Gesamt-Weltcup 205 Punkte Rückstand auf Aksel Lund Svindal hat, ärgert sich zwar auch über die "Beschneidung" des Hahnenkamm-Wochenendes, freut sich aber andererseits, dass die Slalomfahrer diesmal voll und ganz im Mittelpunkt stehen. Und die Siegerehrung am Samstagabend im Zielhaus vor zehntausenden Zuschauern wird diesmal auch den Slalom-Champs zuteil. "Ich habe das bei den Siegen von Eberharter und Walchhofer gesehen. Das waren unglaubliche Bilder", so Raich.

Der Pitztaler ist ein Fan der Publikumsmagneten in der Heimat, was drei Schladming-Erfolge und ein Kitz-Sieg deutlich zeigen. "Ich mag die Rennen mit dem zwölften Mann im Rücken", griff Raich auf einen häufig gebrauchten Fußballer-Ausdruck zurück. Die vergangenen Erfolge seien jedoch im Hinblick auf jetzt nichts wert. "Man muss jedes Mal alles zeigen, was man drauf hat. Sonst hat man ganz sicher kein Leiberl."

"Nicht so schwer, nicht so leicht"

"Der Hang ist nicht so schwer wie der Ganslernhang. Aber auch nicht so leicht, wie er vielleicht ausschaut. Es wird sehr schwer werden, hier zu gewinnen", brachte es Manfred Pranger auf den Punkt. Der Tiroler weiß, was es heißt, vor zehntausenden rot-weiß-roten Fans zu triumphieren, Pranger gewann 2005 in Kitz und Schladming. "Für diese Rennen trainiert man den ganzen Sommer", so der Jung-Vater.

Mario Matt hat rechtzeitig vor den Slalom-Highlights in Kitz und Schladming sowie der WM in Aare zu alter Hochform gefunden (Platz 3 im Adelboden-Slalom. Platz 1 in der Wengen-Kombi). Der Tiroler hat 2000 in Kitz und Schladming gewonnen und auch der neu zusammengestoppelte Kitz-Kurs sagt Matt zu. "Der Ganslernhang hatte sicher noch mehr Übergänge zu bieten, aber auch das ist ein schöner Hang, der mir sehr gut liegen sollte."

Reinfried Herbst, für den Christoph Dreier aus der Mannschaft musste, startet am Samstag sein erstes Weltcup-Rennen seit 19. März. "Nach all den Rennen vor dem Fernseher bin ich jetzt richtig heiß aufs Comeback", so der Salzburger etwas mehr als sechs Monate nach seiner schweren Knieverletzung. Am Dienstag hatten Herbst, die Ärzte und die ÖSV-Trainer nach ersten Vergleichen mit seinen Teamkollegen Grünes Licht gegeben: "Ich weiß, dass ich von der Zeit her voll dabei bin. Das hat schlussendlich den Ausschlag gegeben." (APA)

ÖSV-Aufstellung für die beiden Kitzbühel-Slaloms:
Romed Baumann, Kurt Engl, Reinfried Herbst, Alexander Koll, Mario Matt, Andreas Omminger, Manfred Pranger, Benjamin Raich, Rainer Schönfelder

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