Wie er dazu steht

13. März 2007, 16:24
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Man solle Heinz-Christian Strache aus "Jugendtorheiten keinen Strick drehen", meinte Kanzler Gusenbauer . "Wichtig ist, wie er heute dazu steht", etwa zu den NS-Verbrechen. Davon kann sich jedermann, auch Gusenbauer, relativ leicht überzeugen.

Am 8. Mai 2004 war der damalige Wiener FP-Abgeordnete Strache bei der "Totenehrung" schlagender Burschenschaften Hauptredner. Ausgerechnet am Jahrestag der Kapitulation des Dritten Reiches feiern die weit rechts stehenden Burschenschafter einen düsteren Fackel-Mummenschanz. Was Strache an diesem 8. Mai sagte, entspricht der klassischen Code-Sprache des vom Verbotsgesetz bedrohten Rechtsextremismus: "Alle Opfer des Weltkrieges verdienen unseren Respekt". Aber: Breit besprochen hat er nur die Opfer des "alliierten Bombenkrieges und die "20 Millionen deutschen Heimatvertriebenen". Die "vielen tausend" (!) KZ-Insassen werden kurz erwähnt, die Millionen ermordeter Juden und russischer, polnischer etc. Zivilisten überhaupt nicht. Es seien durch "Vertreibungsverbrechen" mehr Menschen nach dem Krieg als im Krieg selbst umgekommen usw.

Originalton im Internet unter cba.fro.at. (Hans Rauscher/DER STANDARD, Printausgabe, 26.1.2007)

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