Oberhauser sieht Möglichkeit eines Miteinander von ORF und Zeitungen

5. März 2007, 12:16
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Informationsdirektor: "ORF und Zeitungen sind keine natürlichen Gegner"

ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser hat am Donnerstag die Möglichkeit eines Miteinander von ORF und Tageszeitungen betont. "Ich bin der Meinung, dass der ORF und die Zeitungen keine natürlichen Gegner sind", sagte Oberhauer im Rahmen der Generalversammlung des Verbands der Regionalmedien Österreichs in Dornbirn. Man werde versuchen, das Verhältnis zu ändern. "Es gibt auf beiden Seiten Persönlichkeiten, die in der Lage sind, das zu schaffen."

Es gehe darum, gemeinsame Interessen herauszuschälen und zu verfolgen, unterstrich der Informationsdirektor: "Das sollte man angehen". An die anwesenden Zeitungsmacher richtete Oberhauser das Angebot, ein Papier auszuarbeiten und ihm dieses zukommen zu lassen. Das bei den Zeitungen vielfach existierende Bild, wonach der ORF mit der Kronen-Zeitung und "den Fellners" verbandelt sei, stimme nicht. Bei allem Miteinander müsse es eine Äquidistanz geben, unterstrich Oberhauser.

Eugen Russ, Chef des Vorarlberger Medienhauses (u.a. "Vorarlberger Nachrichten") begrüßte das Angebot von Oberhauser sehr. "Wenn man eine Struktur schaffen kann, die weggeht von der persönlichen Beziehung, sehen wir das mit großer Freude", sagte Russ.

Gemeinsame Wahldiskussionen

Um zu versuchen, "aus der Praxis zu einem Ergebnis zu kommen" (Oberhauser) stellte Wolfgang Burtscher, Direktor des ORF-Landesstudios Vorarlberg und Vorsitzender des Gremiums der Landesdirektoren des ORF, einige bereits mit den "Vorarlberger Nachrichten" eingegangene Kooperationen vor. Unter anderem wurden von Burtscher gemeinsame Wahldiskussionen im Vorfeld der Nationalratswahl angeführt. Derzeit würden mit dem Vorarlberger Medienhaus etwa Gespräche über eine gemeinsame Sozialaktion geführt, so Burtscher. Auch Kooperationen mit Partnern aus der Wirtschaft erachtete Burtscher als "grundsätzlich möglich".

Tageszeitung als "Überblicksmedium"

Russ seinerseits ging in seinen Ausführungen zum Thema "Veränderungen in der Zeitungslandschaft" ebenfalls aus Ansätze aus der Praxis ein. Die Tageszeitung bezeichnete er dabei als "Überblicksmedium, nicht als Hintergrundmedium". Die Tageszeitung liefere den besten Überblick, "kein anderes Medium kann das, auch nicht das Radio oder das Fernsehen". Die "Vorarlberger Nachrichten" würden pro Tag zwischen 500 und 800 "Einstiegspunkte" bieten, von denen aus der Leser etwa über zum Download angebotene Dokumente weiter in die Tiefe vordringen könne. So würden die "VN" monatlich 40.000 "Downloads" bereitstellen. "Wir glauben an die Zukunft der Zeitung", betonte der Verleger.

Beim Punkt "Digitale Bedrohung" strich Russ vielmehr Chancen der Digitalisierung hervor. Das Online-Portal des Vorarlberger Medienhauses, Vorarlberg Online (VOL), habe eine tägliche Reichweite von 37 Prozent und eine Nutzungsdauer von 19 Minuten pro Tag. "Was Aufmacher auf Vorarlberg Online ist, bewegt", betonte Russ. Neben dem Wichtigsten, den regionalen News, biete man auch "viele Features". (APA)

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