Vorsicht bei Bolivienreisen

19. April 2007, 11:56
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Mitfahrgelegenheiten meiden und vor Räubern in Acht nehmen. Es besteht "erhöhte Sicherheitsgefährdung"

Wien - Wer einen touristischen Abstecher nach Bolivien wagt, sollte sich zumindest in punkto Kriminalität gut informieren und bestmöglich absichern. Für das südamerikanische Land gibt es zwar vom österreichischen Außenministerium keine Reisewarnung, sehr wohl wird auf dessen Homepage auf die "erhöhte Sicherheitsgefährdung" hingewiesen. Generelle Reisewarnungen gibt es derzeit für 15 Staaten, partielle Reisewarnungen, die sich nur auf bestimmte Gebiete innerhalb eines Staates beziehen, gibt es momentan für 14 weitere Länder.

Eine "erhöhte Sicherheitsgefährdung" entspricht Stufe zwei auf der sechsteiligen Skala des Außenministeriums. Ländern, die auf Stufe eins eingeordnet werden, wird ein guter Sicherheitsstandard bescheinigt, Stufe fünf und sechs bedeuten partielle bzw. generelle Reisewarnungen.

Entführungen und Überfälle

Im Falle Boliviens verweist das Außenministerium darauf, dass die soziale Unzufriedenheit im Land sehr hoch ist. Bei Reisen im Altiplano, vor allem im Raum von La Paz und El Alto, in Copacabana, Sucre, Cochabamba sowie in Santa Cruz wird trotz der Ausforschung zweier auf Touristenentführungen spezialisierte Banden "weiterhin zu besonderer Vorsicht geraten". Vor allem in den von Touristen frequentierten Gebieten um La Paz hätte sich bewaffnete Überfälle auf Touristen, Entführungen sowie Trickdiebstähle vermehrt. Verübt werden diese laut BMAA zum Beispiel von vermeintlichen Polizisten oder "Drogenfahndern".

Grundregeln für die eigene Sicherheit

Das Ministerium empfiehlt daher, nur auf bekannte Funktaxiunternehmen zurückzugreifen und keine Kollektivtaxis oder Mini-Busse zu benutzen. Außerdem sollte nach Möglichkeit nur wenig Bargeld mitgeführt und Dokumente kopiert werden. Besondere Vorsicht ist zudem nach Einbruch der Dunkelheit geboten, Abstecher durch dunkle Seitengassen meidet man am besten. Außerdem gibt es immer wieder Berichte darüber, dass Besuchern von Bars und Discotheken K.O.-Tropfen (einheimisch: Burundanga) verabreicht werden, die eine zeitlich begrenzte Ohnmacht und einen Gedächtnisverlust hervorrufen.

Grundsätzlich sollten auch Reisen in Gebiete, wo es zu Unruhen kommt, unbedingt vermieden werden. Größere Menschenansammlungen und Straßensperren, die von Demonstranten oft sehr rasch und ohne Vorwarnung gelegt werden können, sollten auf jeden Fall gemieden werden. Unter Umständen könne es zum Einsatz von Tränengas oder polizeilicher Gewalt kommen, um Demonstrationen aufzulösen, warnt das Außenministerium.

Reisewarnungen für 15 Länder

Reisewarnungen bestehen derzeit für Afghanistan, Algerien, Burundi, Cote d'Ivoire, Guinea, Haiti, Irak, Kolumbien, die Demokratische Republik Kongo, Libanon, Liberia, Somalia, Osttimor, den Tschad und die Zentralafrikanische Republik. Partielle Reisewarnungen hat das BMAA für Gaza und das Westjordanland, Georgien, Indien, Jemen, Kirgisistan, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Pakistan, Sri Lanka, Sudan, Uganda und Usbekistan ausgesprochen. (APA)

Info: Bolivien auf der Website des Außenministeriums
  • Wenn man bestimmte Verhaltensregeln befolgt, kann man der Gefahr durchaus ausweichen.
    foto: mirjam harmtodt

    Wenn man bestimmte Verhaltensregeln befolgt, kann man der Gefahr durchaus ausweichen.

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