AK warnt vor vermeintlichen Gratis-Angeboten im Internet

4. Februar 2007, 15:15
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Für kostenlosen Dienste werden Rechnungen bis zu über 100 Euro ausgestellt

Vermeintlich kostenlose Online-Führerscheintests, Lebensprognosen oder SMS-Dienste können Internetnutzer teuer zu stehen kommen. Die dubiosen Internetseiten erwecken den Eindruck eines Gratis-Angebots, sagte Eva Schreiber, Leiterin der Konsumentenschutzabteilung der Arbeiterkammer (AK) Niederösterreich, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Für die Inanspruchnahme der Dienste flattern dann allerdings Rechnungen von 30, 50 oder sogar bis zu über 100 Euro ins Haus.

Versteckte Preise

Diese Preise sind entweder gar nicht oder nur im Kleingedruckten sowie den Geschäftsgedingungen versteckt. Bis zu 2.000 Beschwerden aus ganz Österreich werden bei der AK monatlich registriert, berichtete Harald Glatz, Leiter der Wiener AK-Konsunmentenschützer. Im Jänner suchten bisher 500 Personen Rat bei den Konsumentenschützern.

Irreführung

Eine der Firmen, die "Internet Service AG", haben die Konsumentenschützer nun wegen Irreführung sowie falscher Belehrung über das Rücktrittsrecht geklagt. Das Unternehmen betreibt mehrere Webseiten von SMS-Diensten bis hin zur Altersvorhersage. Über 15 Internetseiten der Firma liegen bei der AK Beschwerden vor. Weitere Klagen werden geprüft.

Saftige Rechnung

Aber nicht nur Internetnutzer, die sich für den vermeintlich kostenlosen Dienst registriert haben, bekommen eine saftige Rechnung präsentiert. Auch Personen, die versichern, niemals eine derartige Internetseite besucht zu haben, werden zu Zahlungen aufgefordert, so Glatz. Viele der Unternehmen setzen auf die Unsicherheit der Konsumenten, schicken Rechnungen einfach ins Blaue und hoffen, dass der Empfänger zahlt. Wird eine Rechnung nicht beglichen, drohen sie mit einem Rechtsanwalt, bei der Angabe falscher Daten mit einer Strafanzeige.

Nie unüberlegt registrieren

Man sollte sich nie unüberlegt bei Gratis-Diensten registrieren und mit persönlichen Daten sorgsam umgehen, riet Eva Schreiber. Geschäftsbedingungen und Inhalt einer Internetseiten müssten genau unter die Lupe genommen und auch ausgedruckt werden. Flattert eine Rechnung eines dubiosen Internetanbieters ins Haus, sollte man nicht voreilig zahlen. Ratschlag der Konsumentenschützer: Per eingeschriebenem Brief vom Vertrag zurücktreten.

Wurde man nicht ordnungsgemäß über das Rücktrittsrecht informiert, gilt laut Gesetz eine verlängerte Rücktrittsfrist von drei Monaten. Die Unternehmen lassen sich mit Mahnungen allerdings oft solange Zeit, bis diese drei Monate verstrichen sind. Die AK fordert daher bei falscher oder fehlender Belehrung ein unbegrenztes Rücktrittsrecht.(APA)

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