Urlaub, Kunst und Pretiosen

24. Jänner 2007, 19:02
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Auktionen und Kunstmessen in Dubai

Dubai - Der Dubai-Tick hat längst auch auf Österreich übergegriffen. Nicht nur Reiseveranstalter können von einem Boom reden, sondern sogar beziehungsweise in erster Linie die Immobilienbranche, die damit an den internationalen Trend anknüpft.

Spezialist Accardia war einer der Aussteller der Messepremiere der Luxury Please, die im Herbst nicht wenigen anderen Teilnehmern die Show stahl. Ganze Menschentrauben versammelten sich in der Hofburg vor den Computeranimationen der Liegenschaften, die ein Lebensgefühl der Superlative zu vermitteln wissen und dabei investmenttechnisch auch noch einträglich sind.

Von den 50 konkreten Anfragen, schildert Stefan Hildebrand, Chef der Wiener Niederlassung von Accardia, haben bereits ein Drittel der Interessierten Besichtungstermine vor Ort absolviert - sofern sie einen der heiß begehrten Sitzplätze in den hoffnungslos überbuchten Fliegern ergattern konnten.

Zwischen Tür und Angel sind Geschäfte mit solchen Liegenschaften im Wert einer Viertelmillion Euro freilich nicht abwickelbar. Bis zu 25 Abschlüsse, ist Hildebrand überzeugt, werden am Ende zu verzeichnen sein. Dass Dubai mit dem auf Sonne, Meer, Shopping und Jeep-Touren konzentrierten Unterhaltungsspektrum langfristig nicht das Auslangen findet wird, steht fest.

2005 hat der Kunstmarkt begonnen, seine Fühler auszustrecken. Christie's eröffnete damals als erstes internationales Auktionshaus eine Repräsentanz im 1,37-Millionen-Einwohner-Emirat. Vergangenes Jahr hielt man die erste Auktion im Eiland am persischen Golf ab. Der Erfolg war vorprogrammiert: Nicht weniger als 500 Bieter hatten sich für die Auktion registrieren lassen, die 120 Werke von Künstlern aus dem Iran, Pakistan, Indien und der westlichen Welt im Angebot hielt.

111 wechselten dann auch tatsächlich den Besitzer und lieferten 94 Prozent der monetären Expertenerwartungen, konkret einen Umsatz von 8,48 Millionen Dollar. Das Preisniveau ließ so manches kleinere europäische Auktionshaus vor Neid erblassen. Entgegen den erwarteten 80.000 bis 120.000 Dollar ließ sich ein indischer Privatier das Kunstwerk Numbers seines Landsmannes Rameshwar Broota aus dem Jahr 1979 912.000 Dollar kosten, den höchsten Preis der Sitzung.

Das nächste Hammerschwingen veranstaltet Christie's am 31. Jänner und 1. Februar. Das Angebot wurde deutlich aufgestockt, nun werden Juwelen, Uhren sowie Moderne und Zeitgenössische Kunst unters kauffreudige Publikum verteilt.

Gulf Art Fair

Zu den Highlights der Kategorie bildende Kunst gehört die in einer Auflage von fünf 1993 ausgeführte Fotoarbeit Turbulent der iranischen Künstlerin Shirin Neshat (40.000-60.000 Dollar) oder auf dem Sektor angewandter Pretiosen ein mit Diamanten und Saphiren besetzter Tourbillon Chronograph von Piaget (240.000-260.000 Euro).

Und weil der Aufbau kultureller Infrastruktur wohl eines ganzen Maßnahmenpakets bedarf, steht das nächste Kunstevent schon in der Tür: Vom 8. bis 10. März findet mit der Gulf Art Fair die erste internationale Messe für Zeitgenössische Kunst in Dubai statt. Mit von der Partie sind die Wiener Galeristen Ursula Krinzinger und Mario Mauroner. (kron / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.1.2007)

  • "Turaath" (Erbe) nennt der Libyer Ali Omar Ermes sein 1993 gemaltes Werk, das die Christie's-Experten auf 85.000 bis 100.000 Dollar taxieren.
    foto: christie's

    "Turaath" (Erbe) nennt der Libyer Ali Omar Ermes sein 1993 gemaltes Werk, das die Christie's-Experten auf 85.000 bis 100.000 Dollar taxieren.

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