EU-weite Maßnahmen gegen Zwangsehen ungenügend

15. März 2007, 16:45
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SPÖ-Nationalratsabgeordnete Wurm will im Europarat Entschließung für umfassendere Mittel forcieren

Wien - Viele junge Mädchen, oft nur 13 bis 18 Jahre alt, verschwinden, weil sie gegen ihren Willen in dem Land, aus dem ihre Familie stammt, zwangsverheiratet werden. "Auch Österreich ist da kein Land der Seligen", stellte Gisela Wurm, Mitglied der parlamentarischen Versammlung im Europarat und SPÖ-Nationalratsabgeordnete am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst fest. Die Dunkelziffer ist groß. Die Mädchen haben meist die österreichische Staatsbürgerschaft, ihre Familien stammen aus der Türkei, dem arabischen Raum, Afghanistan und Bosnien. Inderinnen und Roma-Mädchen werden meist noch viel jünger in die Ehe gezwungen.

Entschließung forcieren

Seit Sommer 2006 gilt die Zwangsehe in Österreich als schwere Nötigung, mit Freiheitsstrafendrohung von bis zu fünf Jahren. "Das alleine ist zu wenig", betont Gisela Wurm, die die Tagung der parlamentarischen Versammlung des Europarates von 22. bis 26. Jänner zum Anlass nimmt, um eine Entschließung zu forcieren, die allen Formen der Gewalt, der Ausbeutung und des Missbrauches an Kindern den Kampf ansagt.

Aktionspläne in den Mitgliedsländern

"Ziel ist, dass alle europäischen Länder entschieden gegen jede Form der Gewalt an Kindern und jungen Frauen vorgehen, auch im eigenen Land", formulierte Gisela Wurm die gemeinsame Forderung der parlamentarischen Versammlung des Europarates. "Ich unterstütze jedenfalls tatkräftig alle gesetzlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Rechtsposition von Mädchen und jungen Frauen, die von Zwangsverheiratung betroffen sind. Auch müssen materiell und personell ausreichend ausgestattete Aktionspläne in den Mitgliedsländern initiiert werden", so Wurm abschließend. (red)

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