Second Life: Reale Jobs aus der virtuellen Welt

31. Juli 2007, 14:49
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Unternehmen gehen auf die Suche nach Arbeits­kräften - Die Grenze zwi­schen virtuell und real verschwimmen zusehends

Über die virtuelle Welt von Second Life wurde in der jüngeren Vergangenheit vieles berichtet: es ist der Ort an dem Bankerinnen zu Filmstars, Hausmänner zu Großindustriellen und reale Personen virtuelle Avatare werden. Second Life ist auch jener Ort, an dem findige Geschäftsleute ihre virtuelles Vermögen in reale Dollars umwandeln und in dem mittlerweile eigene Strukturen und Geschäftsabläufe Einzug halten.

Reale Jobangebote

Laut einem Bericht von CNN verschwimmen nun die Grenzen zwischen Realität und virtueller Welt zusehends. Immer mehr Unternehmen begeben sich in das Second Life-Universum, nicht nur um Profite oder Werbung zu machen, sondern auch um MitarbeiterInnen für ihre (realen) Unternehmen zu finden.

Personalsuche

Mehr als 2,6 Millionen Menschen sind mittlerweile bei Second Life registriert und toben sich in der virtuellen Landschaft aus. Neben all den virtuellen Unterhaltungen und Ablenkungen, hat nun auch das Headhunting bei Second Life seinen Platz gefunden. US-Unternehmen beginnen mögliche zukünftige MitarbeiterInnen beziehungsweise deren Avatare zu MitarbeiterInnengesprächen zu laden, zu interviewen und auch gleich in der virtuellen Welt zu engagieren.

Experten

"Menschen, die von Anfang an bei SL sind, waren anfangs keine professionellen Content-EntwicklerInnen, aber mittlerweile sind sie Experten geworden", so Brandon Berger, Analyst bei OgilvyInteractives Digital Innovation Unit gegenüber CNN. Ogilvy habe bereits einige Leute direkt aus Second Life engagiert um Projekte für KundInnen, die sich im Second Life ansiedeln wollten, durchzuführen. Ähnliches passierte bei der Electric Sheep Company, einem 27-Personen starkem Team, das Starwood (Charts), Reuters, den Musiker Ben Folds und Nissan Motors (Charts) ins SL brachte. Die Stammmannschaft rekrutierte sich aus der virtuellen Welt, nicht aus einem Pool von PR-Menschen oder professionellen ComputerprogrammiererInnen. "Wir engagieren Leute, die wir noch nie in der Realität getroffen haben. Und zwar aufgrund unserer einjährigen Beobachteungen ihrer Arbeit die sie in Second Life geleistet haben", so Gif Constable von Electric Sheep Company. "bis zu einem gewissen Grad kennen wir uns...Wir wissen aus Second Life, dass sie die Besten sind."

Virtuelles Business

"Es ist wie beim ersten dotcom-Boom, als die zukunftsorientierten Unternehmen Webseiten generierten, weil sie davon ausgingen, dass die Menschen eines Tages Online Einkaufen, Interagieren und Rechnungen zahlen würden. Irgendwann werden wir virtuelle Buchhandlungen haben und mit unseren Avataren shoppen gehen", so Berger.

Avatare suchen Arbeit

Der Trend geht mittlerweile schon soweit, dass Avatare bei Firmen wegen möglicher Jobs vorsprechen. Dies sei ein erfreuliches Zeichen und zeige wie viel Potenzial in Second Life und den Menschen die diese Welt bevölkern liegen, meinen die virtuellen Experten. Sollten deren Erwartungen in Bälde reale Virtualität werden, so muss nur mehr eine Frage geklärt werden: Was zieht man zu seinem virtuellen Vorstellungsgespräch an?(grex)

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