Neuer Werkzeugkasten für den Web-Handwerker

3. April 2007, 12:20
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Expression Web ist der Nachfolger von Microsoft FrontPage - Klare Kampfansage an Photoshop-Hersteller Adobe

Neben Windows Vista und Office 2007 führt Microsoft in diesen Tagen eine weitere Software ein, mit der das Unternehmen in die Gestaltung kreativer Internet-Anwendungen vorstößt. "Microsoft Expression Web" bildet den Aufakt zu einer neuen Reihe von Programmen, in denen die Branche eine Kampfansage an Photoshop-Hersteller Adobe sieht.

Nachfolger von Microsoft FrontPage

Expression Web ist der Nachfolger von Microsoft FrontPage, das vor allem zur Erstellung der privaten Homepage weite Verbreitung fand. Die Profis unter den Web-Designern aber bevorzugen bisher den Dreamweaver aus dem Hause Macromedia oder Adobe GoLive - inzwischen gehören beide Programme zu Adobe. Mit Expression Web bietet der Software-Marktführer jetzt zum ersten Mal eine überzeugende Alternative.

Zu Hause

Erfahrene Dreamweaver-Nutzer fühlen sich mit Expression Web sofort zu Hause. Auch hier gibt es die Möglichkeit, die Web-Seite entweder in der Entwurfsansicht oder direkt im HTML-Code zu bearbeiten. Bei der geteilten Ansicht hat man beides im Blick. Rechts und links vom Arbeitsfenster sind die wichtigsten Werkzeuge des Web-Handwerkers untergebracht, die sich auf dem Bildschirm frei verschieben lassen - hier macht sich ein großer Monitor bezahlt, der reichlich Platz für alles bietet.

Eine Unterstützung für die sehr viel häufiger genutzte Skriptsprache PHP sucht man zwar vergeblich

Aus der "Toolbox" kann man sich die gewünschten HTML-Elemente mit der Maus auf die Web-Seite ziehen - von der horizontalen Linie über ein Bild bis zu Schaltflächen für Formulare. Für die verwendeten Tags können die jeweils verfügbaren Attribute auf eine Weise festgelegt werden, die an Visual Studio erinnert, das Microsoft-Programm für die Entwicklung von Software. Hier findet sich auch ein ganzer Katalog von Steuerelementen für die Microsoft-Web-Technik ASP.NET., um etwa einen Kalender einzubauen. Eine Unterstützung für die sehr viel häufiger genutzte Skriptsprache PHP sucht man zwar vergeblich. Doch kann man durchaus auch PHP-Code in die Seiten einbauen. Die Software beschwert sich auch nicht, wenn man das fertige Ergebnis mit der Dateiendung "php" abspeichert.

Blitzschnell

Die besonderen Stärken von Expression Web liegen aber im Umgang mit CSS-Formaten. Diese werden als einzelne Formatvorlagen angelegt und können dann auf markierte Bereiche der Web-Seite übertragen werden. So kann man blitzschnell zwischen verschiedenen Formaten wechseln und hat dabei immer die jeweiligen Auswirkungen für das Design im Blick. Ein weiteres Plus der Software liegt in der weit reichenden XML-Unterstützung. Hier begnügt sich Expression Web nicht damit, Web-Seiten in einem sauberen XHTML-Code anzulegen. Vielmehr können auch XML-Daten in Web-Seiten importiert und mit XSLT in ein gewünschtes Design gebracht werden.

"Masterseiten"

Für die Frontpage-Klientel der Homepage-Bastler gibt es jeweils sechs oder sieben Vorlagen für Kleinunternehmen, Organisationen und persönliche Web-Auftritte. Hier wird mit "Masterseiten" gearbeitet, die ein vollständiges Layout und Platzhalter für individuelle Inhalte bieten.

Die fertigen Web-Seiten schaufelt das Programm mit Hilfe von FTP auf den Server. Zur Sicherung des Übertragungswegs wird allerdings kein Secure FTP, sondern nur SSL angeboten, was ein entsprechendes Sicherheitszertifikat auf dem Server voraussetzt.

Preis

Microsoft Expression Web (zum Teil auch noch mit dem Zusatz Designer versehen) wird demnächst ergänzt von Expression Graphic für die Bearbeitung von Fotos und Vektorgrafiken sowie Expression Interactive für interaktive Web-Anwendungen. Hier tritt Microsoft in einen direkten Wettbewerb zur Flash-Technik von Adobe. Expression Web läuft nur unter Windows XP (mit SP2) und Windows Vista. Das Programm kostet im Online-Handel rund 350 Euro. Im Internet gibt es eine Testversion mit einer Laufzeit von 60 Tagen. (AP/APA)

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