Der gescheiterte Übernahme-Versuch

12. Juli 2007, 18:32
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Der deutsche Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN hat nach über vier Monaten sein Kaufangebot für den schwedischen Rivalen Scania zurückgezogen. Von Anfang an waren die Münchner auf erbitterten Widerstand in Skandinavien gestoßen. Es folgt eine Übersicht über die wichtigsten Stationen der Übernahmeschlacht.

13. September 2006: MAN bekundet sein Interesse an Scania. Mit einem Zusammenschluss will der Konzern an die Spitze der europäischen Nutzfahrzeug-Hersteller rücken.

18. September 2006: MAN beziffert das Übernahmeangebot auf 9,6 Milliarden Euro und setzt sich zum Ziel, 90 Prozent der Scania-Aktien zu sichern.

26. September 2006: Der Volkswagen-Konzern als größter Aktionär von MAN und Scania erteilt dem Fusionsvorhaben eine klare Absage. Stattdessen schlagen die Wolfsburger ein Dreierbündnis von MAN, Scania und der VW-Nutzfahrzeugsparte vor. Auch der zweitgrößte Scania-Aktionär, die schwedische Beteiligungsgesellschaft Investor AB, lehnt das Angebot ab und schließt eine Gegenofferte von Scania nicht aus.

4. Oktober 2006: VW schafft Fakten und kauft gut 15 Prozent der Anteile von MAN.

12. Oktober 2006: MAN stockt sein Übernahmeangebot für Scania auf gut zehn Milliarden Euro auf. Durch massive Aktienkäufe werden die Münchner zum drittgrößten Anteilseigner.

7. November 2006: Investor erhöht seinen Stimmrechtsanteil an Scania auf 20 Prozent.

7. Dezember 2006: MAN verlängert die Annahmefrist für das Scania-Angebot bis zum 31. Jänner 2007.

11. Jänner 2007: Der VW-Aufsichtsrat lehnt das MAN-Angebot für Scania endgültig ab und fordert eine einvernehmliche Lösung.

23. Jänner 2007: MAN zieht seine Offerte zurück. In weiteren Gesprächen will das Unternehmen jetzt im Laufe des Jahres eine Lastwagen-Allianz mit Scania und mit Volkswagen schmieden. (APA/Reuters)

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