"Österreicher galanter in finanziellen Fragen"

2. März 2007, 14:13
29 Postings

Martin Kallen, EM-Organisator und Schweizer, vergleicht die EM-Länder

Basel/Wien - Der Schweizer Martin Kallen (43), Geschäftsführer der EURO 2008 SA, wie die für die Fußball-EM-Durchführung verantwortliche Aktiengesellschaft abgekürzt wird, sieht sich mit seinen 80 Mitarbeitern im Zeitplan und viel weiter als zum gleichen Zeitpunkt vor vier Jahren vor der EURO 2004 in Portugal.

Zuletzt hat Kallen im Interview mit der Züricher Sportinformation (Si) die Veranstalterländer verglichen, dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede festgestellt. Der größte Unterschied sei wohl der, dass in der Schweiz über die EM-Kosten "heftig debattiert wird. Ich kenne die Schweiz und bin daher nicht erstaunt. Vielmehr war die UEFA überrascht von dieser Schweizer Gewohnheit. Aber sie ist erklärbar; wir haben die direkte Demokratie, ein föderalistisches System. Da ist es verständlich, dass die Öffentlichkeit mitredet".

In Österreich hingegen sei Geld "weniger ein Thema gewesen. Die Österreicher sind in finanziellen Fragen sicher galanter. Das Land ist zentralistischer, Wien entscheidet, die anderen gehorchen. Daher war es in Österreich weniger schwierig, einen Weg zu finden, um alle Leute und Parteien zu beglücken. Aber diese Schweizer Eigenheit hat auch Österreich helfen können".

Der große Erfolg der WM 2006 in Deutschland erhöhte laut Kallen die Erwartungen. Es gelte Aspekte zu beachten, die bei der EM 2004 in Portugal maximal Randthemen waren - Umweltschutz, Host-City-Abläufe, Tourismus, Sicherheit bei Public-Viewing-Events. Tausende werden ohne Eintrittskarten kommen. Kallen: "Viele Leute wollen nur beim Event dabei sein. Die wollen nicht ins Stadion, sondern eine Party in der Stadt haben." Die Organisation dieser Fan-Feste obliege den Städten und nicht der EURO 2008 SA. "Wir können", sagt Kallen, "nur beraten." (APA, fri - DER STANDARD PRINTAUSGABE 24.1. 2007)

Share if you care.