Corti wehrt sich gegen Vorwürfe

12. März 2007, 10:52
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Ehemaliger SAir-Chef: Keine falschen Angaben zu AOM/AirLiberté - Unklarheit über "letzte Liquiditätsspritze" an schwächelnde Swissair

Bülach - Der ehemalige SAir-Chef Mario Corti hat sich am Dienstag auch gegen den Vorwurf gewehrt, bei der Finanzierung der französischen Gesellschaften AOM/Air Liberté falsche Angaben gemacht zu haben. Er habe die Aktionäre an der Generalversammlung von 25. April wahrheitsgemäß über die Aufteilung der finanziellen Last bei AOM/Air Liberté orientiert, sagte Corti vor dem Gericht in Bülach.

Die Aufteilung der ökonomischen Last habe darin bestanden, dass der französische Partner Taitbout durch den teilweisen Verzicht auf Ausübung von Put-Optionen auf künftige Forderungen verzichtete. Damit wäre ein entsprechender Mittelabfluss bei der SAirGroup ausgeblieben. Die Finanzspritze dagegen wurde alleine von SAirGroup geleistet.

"Finanzierungseffort"

Für Mai und Juni hätte die SAirGroup eine "letzte Liquiditätsspritze" von 500 Mio. französische Francs (76 Mio. Euro) zu leisten gehabt. Die Anklage bemängelte, Cortis Formulierung hätte nahegelegt, dass Taitbout und die SAirGroup diesen Betrag teilen würden.

Corti dagegen unterschied zwischen den Formulierungen Liquiditätsspritze, die die SAirGroup zu tragen hätte und "Finanzierungseffort", der auf die beiden Partner zu 45 Prozent für Taitbout und 55 Prozent für SAirGroup entfiele.

Selbst wenn die Aktionäre fälschlicherweise davon ausgegangen wären, dass dieser Betrag hälftig mit Taitbout geteilt werde, hätte dies laut Corti einen Betrag von 52 Mio. Franken (32 Mio. Euro) ausgemacht - das hätte 2,6 Prozent der damaligen durchschnittlichen Konzernliquidität bedeutet. (APA/sda)

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    Mario Corti

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