Die deutsche Vorauswahl steht

9. März 2007, 12:34
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Der Casting-Band Monrose und dem Swingmusiker Roger Cicero gesellt sich Altrocker Heinz Rudolf Kunze als dritter Kandidat hinzu

Hamburg - Das letzte Geheimnis um die deutsche Song Contest-Vorentscheidung ist gelüftet: Rockmusiker Heinz Rudolf Kunze (50) will für Deutschland singen. Der 50-Jährige ("Dein ist mein ganzes Herz") präsentierte sich am Dienstag in Hamburg neben seinen bereits bekannten Konkurrenten, der "Popstars"-Band Monrose und dem Swingmusiker Roger Cicero. "Ich vertrete ja eher die Grauen Panther in dieser Runde", witzelte das "Ur-Gestein" der deutschsprachigen Rockmusik. Ebenso wie "Mr. Swing" Cicero tritt er in dem Wettbewerb am 8. März mit einem Titel in seiner Muttersprache an, das Mädchen-Trio dagegen setzt auf Englisch.

Deutschrock, Casting-Pop und moderner Swing - die Song Contest-Macher haben für die ARD-Show eine bunte Mischung zusammengestellt. "Wir wollen das Erfolgsmodell des letzten Jahres noch einmal praktizieren", sagte Jan Schulte-Kellinghaus, Unterhaltungschef beim federführenden Norddeutschen Rundfunk (NDR). Damals hatte Texas Lightning mit TV-Komiker Olli Dittrich am Schlagzeug gewonnen und später in Athen mit dem Song "No No Never" den 15. Platz belegt. Sowohl der Vorentscheid als auch das internationale Finale bescherten der ARD gute Einschaltquoten.

Hitparade als Hoffnungsträger

Mit Monrose ("Shame") und Cicero ("Zieh die Schuh aus") sind diesmal gleich zwei Newcomer und Chartstürmer am Start. Man habe bewusst Nummer-Eins-Interpreten ausgesucht, erklärte Schulte- Kellinghaus. "Der Eurovision Song Contest ist der größte und der modernste Musikwettbewerb der Welt, mit Schlager hat er nichts mehr zu tun", sagte er und betonte: "Die Songs international sind mit solcher Wucht produziert, dass man sich keine Halbheiten erlauben darf." Kunze solle zudem eine "andere Farbe" in die Show bringen. Der "Dichter und Denker des Deutsch-Rock" hat seit den 80er Jahren mehr als 220 Lieder veröffentlicht.

Vor allem die gerade mal zwei Monate alte Mädchen-Band Monrose hat sich große Ziele gesteckt und träumte bei der Pressekonferenz schon mal vom internationalen Finale: Allein die Chance, "auf einer Bühne vor ganz Europa zu stehen", reize die drei Sängerinnen, bekannte Baha. Sie, Mandy und Senna haben sich für die Ballade "Even Heaven Cries" entschieden. "Davor kommt aber erst einmal noch der Vorentscheid", bremste Moderator Thomas Hermanns. Der Grand-Prix-Fan, für den der Wettbewerb das "Bayreuth der Pop-Musik" ist, wird die Show im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg erneut moderieren.

"Einfach reingeschleimt bei den Frauen"

Cicero, der mit frechen Texten über Männer und seiner Liebe zur Swingmusik im Big-Band-Sound Fans erobert, widmet seinen Titel in dem Wettbewerb am Weltfrauentag dem weiblichen Geschlecht: "Frauen regier'n die Welt" singt er. "Einfach Zufall", meinte der 36-Jährige, "einfach reingeschleimt bei den Frauen", konterte Hermanns. Mit "Die Welt ist Pop" sorgt Kunze für etwas rockigere Klänge im Grand-Prix- Reigen. Seit Guildo Horn, Stefan Raab und Olli Dittrich sei der Wettbewerb auch "für meinesgleichen Baustelle betretbar", meinte er und ergänzte: "Ich gehe an die gesamte Veranstaltung mit einem hohen Spaßfaktor ran."

Neben dem eigenen Beitrag müssen die Kandidaten in der Live-Sendung, in der die Zuschauer per Telefon über den Sieger abstimmen, ein Lied aus der Geschichte des traditionsreichen Wettbewerbs zum Besten geben. Für Kunze etwa, der wenige Tage nach der Bekanntgabe seiner Teilnahme sein neues Album veröffentlicht, "kommt nur Udo Jürgens' "Merci Chérie" in Frage. Der Sieger wird Deutschland am 12. Mai in der Endrunde vertreten, die nach dem Erfolg der finnischen Band Lordi im Vorjahr diesmal in Helsinki über die Bühne geht.

Nicht zu vergessen: Der "Bundesvision Song Contest"

Zuvor aber sorgt ein anderer Song-Contest für Aufsehen in Deutschland, auf den der Monrose-"Haussender" ProSieben wieder setzt: Am 10. Februar lädt Stefan Raab zur dritten Ausgabe des "Bundesvision Song Contest", bei dem jedes Bundesland einen Interpreten ins Rennen schickt. Diesmal kämpfen in der Live-Show aus Berlin Musiker wie die Band Mia, der Rapper Jan Delay und Ex-Echt-Sänger Kim Frank um den Sieg. (APA/dpa)

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    Heinz Rudolf Kunze

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