Vista: "Der größte Anreiz für Piraterie"

9. März 2007, 11:58
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Microsofts restriktive Maßnahmen gegen illegale Kopien in seinem neuen Betriebssystem stoßen auf großen Unmut und Skepsis

Wie die BBC berichtet verteidigte Microsoft kürzlich den strengen Copyrights-Schutz des WindowsXP-Nachfolgers, wonach hochaufgelöste Filme, sollten die Spezifikationen des Computers nicht stimmen, in ihrer Qualität während des Abspielens beschnitten werden können. HD-DVDs oder Blurays könnten so massive Einschnitte in der Audio- und Videoqualität erfahren, sollte zum Beispiel die Bildschirmschnittstelle den Kopierschutz HDCP nicht unterstützen.

Ärgerlich

Auf enormen Unmut dürfte diese Funktion bei all jenen stoßen, deren Komponenten diesen recht neuen Standard nicht unterstützen. Die wenigsten sich im Umlauf befindenden Geräte verfügen über derartige Spezifikationen. Wer sich demnach erhoffte, die neuen Medien per Computer oder Media-Center auf (durchaus aktuelle) Fernseher oder Bildschirme zu bringen, muss möglicher Weise nachrüsten.

Nur unsere Pflicht

Microsoft insistiert indes und behauptet lediglich den Bedürfnissen der Content-Provider gerecht werden zu wollen. Diese könnten selbst bestimmen, welche HD-DVD oder Bluray wie und wo abgespielt werden darf. Der eingesetzte Kopierschutz sei ergo skalierbar. Peter Gutmann, ein Computer-Wissenschaftler der Universität von Auckland bezeichnete den Copyright-Schutz gegenüber der bbc wörtlich sogar als "the longest suicide note in history". Zudem habe die Geschichte gezeigt, dass "nur Befehle auszuführen" keine gute Entschuldigung sei.

Anreiz

Gutman geht sogar noch weiter und glaubt in dieser "widerwärtigen" Funktion von Vista sogar den "größten Anreiz für Piraterie" überhaupt zu sehen. Dennoch sei er sich bewusst, das es Maßnahmen zum Schutze der Urheberrechte geben müsse, es gälte jedoch die richtige Balance zu finden. (red)

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