Besuch zum Essen, Trinken, Feiern

2. März 2007, 14:13
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Tirol stellt sich auf die Fußballtouristen ein

Innsbruck - Die Besucher der Fußball-EM im nächsten Jahr werden zu 85 Prozent männlich sein und zu 73 Prozent in Freundesgruppen anreisen. Diese Zahlen hat bei einer Veranstaltung der Tirol Werbung der auf sportliche Großveranstaltung spezialisierte Ökonom der Hochschule Heilbronn, Alfons Madeja, präsentiert. Die Daten basieren auf 5000 während der Fußball-WM in Deutschland geführten Interviews. Zwei Drittel der ausländischen WM-Besucher wollen demnach auch zur EURO 08 nach Österreich und in die Schweiz kommen, überraschenderweise sogar ein Drittel der befragten Nichteuropäer.

Eindringlich weist Madeja darauf hin, dass sich die Besucher der sportlichen Großveranstaltung ganz anders verhalten würden als durchschnittliche Touristen. "Die Fußballtouristen geben um die Hälfte mehr Geld aus, sind oberflächlicher und leicht zu lenken", fasst Madeja zusammen. Im Ranking der Bedürfnisse für das Rahmenprogramm liegen entsprechend eindeutig "Essen, Trinken, Feiern" mit 92 Prozent weit voran. An Kulturveranstaltungen sind hingegen nur 29 Prozent interessiert, nicht viel besser ergeht es allerdings Angeboten, aktiv Sport zu betreiben (34 Prozent).

Das Konzept der Tirolwerbung zielt mit dem Logo Tirol:08 und dem Slogan "Das Herz der Alpen schlägt auch für den Fußball" darauf ab, dass EM-Besucher von Tirol aus in die anderen Veranstaltungsorte zwischen Wien und Basel reisen. "Wir liegen geografisch genau in der Mitte", betont Tirol-Werber Josef Margreiter und will mehr als vier Millionen Euro für die Realisierung der Werbemaßnahmen aufbringen. Immerhin dauert eine EM-Reise durchschnittlich 9,2 Tage, weiß Madeja. Besonders hellhörig macht Tirols Touristiker ein anderer Hinweis Madejas: Zwei von drei Besuchern des Fußballevents wollen als normale Touristen wieder kommen, dann in Begleitung von Frau und Kindern. (hs, DER STANDARD Printausgabe 23. Jänner 2007))

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