Theater-Tipp: Überleben mit Lebenslüge

1. Februar 2007, 20:19
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Raoul Biltgens Monolog "I will survive" im Theater Drachengasse

Wenngleich es nicht mehr ganz aktuell ist,bei AIDS von Risikogruppen zu sprechen, betont die in ihre Gedankenwelt ziehende Ich-Figur Martin Rehbein, dass sie in keine davon gehört habe. Raoul Biltgens Monolog I will survive, noch bis Samstag in der Drachengasse, möchte in überschaubarer Selbsthilfegruppenatmosphäre erklären, dass man nicht schwul, drogensüchtig oder Prostituierte sein muss, um an AIDS zu erkranken. Auch sonst führt die Inszenierung von Nicole Weber zu keinen neuen Ansätzen. Als lukrative Verdienstmöglichkeit, wie der eigentlich gesunde Rehbein das tut, wird der Virus zwar nicht gesehen, ein origineller Zugang ist das aber auch nicht.

Zwar gibt sich Werner Landsgesell Mühe, aus einem mäßig unterhaltsam vortragenden Volkshochschuldozenten einen kräftigen Sprücheklopfer zu machen, dennoch tappst das Stück durch Kitsch und Öde. (ih/ DER STANDARD, Printausgabe, 23.1.2007)

Theater Drachengasse, Bar, 1., Fleischmarkt 22, täglich bis 27. 1., 20 Uhr
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    foto: tjada.com
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