Diätologie

13. März 2007, 16:26
88 Postings

Von chinesischem Schweinsbraten und kanzlerischer Krautsuppe - von RAU

Die ernährungswissenschaftlichen Meldungen aus der Bundesregierung werden dichter. Zunächst das Schweinsbraten-Bekenntnis der Gesundheitsministerin, mit der nachgeschobenen Erklärung, sie liebe es auch asiatisch (geht beides: Was z. B. der Chinese an glasierter Ferkelschwarte mit 1 cm weißem Fett darunter auf den Tisch stellt - unter "Die sieben Orgasmen des Kaisers" oder so ähnlich -, kann sich vom Wonnefaktor her mit jedem niederösterreichischen Schweinernen messen). Nun hören wir aber auch das Bekenntnis von Kanzler Gusenbauer, er habe mit der Krautsuppendiät in einer Woche siebeneinhalb Kilo abgenommen.

Krautsuppendiät bedeutet genau das, was es besagt: Krautsuppe, Krautsuppe, Krautsuppe. Und nur Krautsuppe. Was wir dazu nicht erfahren haben: Wann tritt bei Gusi dann die "Mir graust schon"-Phase ein? Und, wichtiger: Ist sich der Kanzler bewusst, dass er hier der Öffentlichkeit eine total einseitige Crash-Diät mit Jo-Jo-Effekt und gewissem gesundheitlichem Risiko empfiehlt?

Vom ernährungspädagogischen Standpunkt aus ist es nur gut, dass Gusenbauers Vertrauenswerte bei der Bevölkerung derzeit ziemlich unten sind. (Hans Rauscher/DER STANDARD, Printausgabe, 23.1.2007)

Share if you care.