Bartensteins Mitversicherungspläne stossen auf Kritik

16. Juli 2000, 14:00

Streichung der Familienbeihilfe stelle offenes Bildungssystem in Frage

Wien - Zurückhaltend beurteilt die Frauensprecherin der Grünen, Madeleine Petrovic, den Vorschlag von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, die Mitversicherung der Frauen zu überdenken. Gerade unter der derzeitigen Null-Defizit-Euphorie scheine dieser Vorschlag eher dem Diktat der leeren Kassen zu folgen, als einem frauen-emanzipatorischen Impetus, meinte Petrovic am Sonntag in einer Aussendung.

"Die Grünen treten seit langem für eine eigenständige Absicherung der Frauen mittels einer Grundsicherung ein, die etwa auch StudentInnen und Frauen mit Betreuungspflichten Verbesserungen bringen würde. Bartensteins Vorschlag hingegen kann dazu führen, dass Frauen unter einen Gebärdruck geraten", meinte Petrovic.

VSStö-Sprecherin zu Familienbeihilfe-Plänen

Heftige Kritik übte der Verband Sozialistischer StudentInnen Österreichs (VSStÖ) an dem Vorstoß Bartensteins, die Familienbeihilfe für Studierende zu streichen. Damit werde das offene Bildungssystem in Frage gestellt und Bildung wieder zu einer Frage des elterlichen Geldbeutels, so die hochschulpolitische Sprecherin des VSStÖ, Andrea Mautz in einer Aussendung.

Der Grüne Sozialsprecher Karl Öllinger kritiserte die Pläne von Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer im Bereich der Beamten. "Diese Regierung stößt dauernd ihre eigenen Mitarbeiter vor den Kopf, ist aber nicht in der Lage jene Strukturreformen umzusetzen, die tatsächlich Einsparungen bringen könnten", kritisiert Öllinger in einer Aussendung.
(APA)

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