Hilfe ohne Wirkung

2. Juli 2007, 16:30
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US-Ökonom Easterly prangert in diesem "Wir retten die Welt zu Tode" die westlichen Hilfsstra­tegien und deren bescheidene Erfolge gegen Armut und Hunger in der Welt an

Drei Milliarden Menschen dieser Erde haben weniger als zwei Dollar pro Tag zum Leben, 840 Millionen leiden an Hunger, zehn Millionen Kinder sterben pro Jahr an vermeidbaren Krankheiten, drei Millionen Menschen an AIDS. Der US-Ökonom und Professor für Afrikastudien William Easterly prangert in diesem Buch die westlichen Hilfsstrategien und deren bescheidene Erfolge gegen Armut und Hunger in der Welt an. Dabei unterscheidet er zwischen "Planern" (das sind die Verfechter des traditionellen Ansatzes der Entwicklungshilfe) und "Suchern" (die Befürworter eines alternativen Ansatzes). Die Planer, zu denen der Autor Weltbank (für die er selbst 16 Jahre lang arbeitete), IWF, UN-Vertretungen und auch konventionelle Hilfsorganisationen zählt, wüssten nie, ob ihre Hilfe auch ankommt bzw. richtig eingesetzt würde. Die Sucher (etwa einige NGOs und Mitarbeiter in den betroffenen Ländern selbst) hingegen würden vor Ort agieren und so Kontrolle über die Hilfsmittel und deren Effizienz haben.

Sehr kritisch steht der Autor den bisherigen Bemühungen zur Hunger- und Armutsbekämpfung gegenüber. Es wurde bislang viel zu wenig getan, an den Menschen vorbei geholfen und es wurden viele Hilfsmittel falsch oder ineffizient eingesetzt.

Ein Patentrezept zur Lösung weiß auch Easterly nicht, aber er argumentiert schlüssig, macht neue Vorschläge – und damit letztendlich Hoffnung. (baf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.1.2007))

William Easterly. Wir retten die Welt zu Tode. Campus Verlag Frankfurt/New York 2006. Preis: 25,60 Euro
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    foto: campus verlag
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