Rund 200 Stellen werden abgebaut
Nach wochenlangen Verhandlungen haben
sich Geschäftsführung und Betriebsrat der "
Frankfurter Rundschau"
(FR) auf einen millionenschweren Sanierungsplan und den weiteren
Abbau von etwa 200 Stellen geeinigt. Der Verlag plant dabei auch 100
betriebsbedingte Kündigungen, möchte aber so viel wie möglich
Beschäftigten Angebote zum freiwilligen Ausscheiden machen.
Es gebe eine hohe Bereitschaft von Mitarbeitern, das Unternehmen
mit Abfindungen zu verlassen, sagte "FR"-Geschäftsführer Karlheinz
Kroke am Montag der dpa. Er gehe daher davon aus, dass die Zahl der
betriebsbedingten Kündigungen "deutlich" unter 100 liegen werde. Der
Betriebsrat rechnet nach Angaben seines Mitglieds Marcel Bathis
damit, dass die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen nur zwischen
20 und 30 liegen werde. Man habe außerdem durchgesetzt, dass Stellen
etwa im Rechnungswesen oder Einkauf nicht ausgelagert würden. Im
Gegenzug habe der Betriebsrat Zugeständnisse bei der tariflichen
Eingruppierung gemacht. Die Vereinbarung wurde am Wochenende
unterzeichnet.
Senkung der Betriebskosten in zweistelliger Millionenhöhe
Die Geschäftsführung der "FR" hatte im September vergangenen
Jahres nach der Übernahme durch M. DuMont Schauberg (Köln)
angekündigt, in Verlag und Druckerei nochmals 200 ihrer 750 Stellen
streichen. Insgesamt will die "FR" damit künftig jährlich die
Betriebskosten in zweistelliger Millionenhöhe senken, um wieder
schwarze Zahlen zu schreiben. In der Redaktion wurden 15 Zeitverträge
nicht verlängert, 15 weitere Stellen sollen gestrichen werden. 2004
waren bei der "FR" noch mehr als 1.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Das Kölner Verlaghaus M. DuMont Schauberg (MDS) hatte im Juli
vergangenen Jahres die Mehrheit an der "Frankfurter Rundschau"
übernommen. Die MDS-Gruppe erwarb von der SPD-Medienholding DDVG
(Hamburg) 50 Prozent der Anteile plus eine Stimme. Die DDVG hält
weiterhin 40 Prozent der linksliberalen Zeitung, die Frankfurter
Karl-Gerold-Stiftung zehn Prozent der Anteile. Zu MDS gehört unter
anderem der "Kölner Stadt-Anzeiger". (APA/dpa)