Einigung bei "Frankfurter Rundschau" auf Sanierungsplan

Redaktion, 05. Februar 2007 13:12

Rund 200 Stellen werden abgebaut

Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich Geschäftsführung und Betriebsrat der "Frankfurter Rundschau" (FR) auf einen millionenschweren Sanierungsplan und den weiteren Abbau von etwa 200 Stellen geeinigt. Der Verlag plant dabei auch 100 betriebsbedingte Kündigungen, möchte aber so viel wie möglich Beschäftigten Angebote zum freiwilligen Ausscheiden machen.

Es gebe eine hohe Bereitschaft von Mitarbeitern, das Unternehmen mit Abfindungen zu verlassen, sagte "FR"-Geschäftsführer Karlheinz Kroke am Montag der dpa. Er gehe daher davon aus, dass die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen "deutlich" unter 100 liegen werde. Der Betriebsrat rechnet nach Angaben seines Mitglieds Marcel Bathis damit, dass die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen nur zwischen 20 und 30 liegen werde. Man habe außerdem durchgesetzt, dass Stellen etwa im Rechnungswesen oder Einkauf nicht ausgelagert würden. Im Gegenzug habe der Betriebsrat Zugeständnisse bei der tariflichen Eingruppierung gemacht. Die Vereinbarung wurde am Wochenende unterzeichnet.

Senkung der Betriebskosten in zweistelliger Millionenhöhe

Die Geschäftsführung der "FR" hatte im September vergangenen Jahres nach der Übernahme durch M. DuMont Schauberg (Köln) angekündigt, in Verlag und Druckerei nochmals 200 ihrer 750 Stellen streichen. Insgesamt will die "FR" damit künftig jährlich die Betriebskosten in zweistelliger Millionenhöhe senken, um wieder schwarze Zahlen zu schreiben. In der Redaktion wurden 15 Zeitverträge nicht verlängert, 15 weitere Stellen sollen gestrichen werden. 2004 waren bei der "FR" noch mehr als 1.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Das Kölner Verlaghaus M. DuMont Schauberg (MDS) hatte im Juli vergangenen Jahres die Mehrheit an der "Frankfurter Rundschau" übernommen. Die MDS-Gruppe erwarb von der SPD-Medienholding DDVG (Hamburg) 50 Prozent der Anteile plus eine Stimme. Die DDVG hält weiterhin 40 Prozent der linksliberalen Zeitung, die Frankfurter Karl-Gerold-Stiftung zehn Prozent der Anteile. Zu MDS gehört unter anderem der "Kölner Stadt-Anzeiger". (APA/dpa)

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