GPA: Sonntags offen möglich

1. März 2007, 19:45
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GPA-Chef Katzian bereit für Gespräche

Wien - Die Chancen auf Einkaufen an den Sonntagen während der Fußball-Europameisterschaft 2008 (7. bis 29. Juni) steigen: "Wenn die Wirtschaft einen Bedarf sieht, werden wir uns Gesprächen nicht verweigern", sagt Wolfgang Katzian, Chef der Gewerkschaft der Privatangestellten. Vor dem Wochenende hatte die Wiener Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank mit der Aussage aufhorchen lassen, die "besondere Situation" der EM solle "den vielen Wien-Besuchern mit einer Tourismuszone den Sonntagseinkauf" ermöglichen. Sie beeilte sich aber festzustellen, dass dies kein Vorstoß für eine Ganzjahreszone, geschweige denn für eine generelle Sonntagsöffnung im Einzelhandel sei.

Katzian sagte im Gespräch mit dem STANDARD weiters, dass eine kollektivvertragliche Lösung Voraussetzung sei und dass eine Sonderregelung für ganz Österreich gefunden werden solle, da ja Spiele auch in Innsbruck, Klagenfurt und Salzburg stattfinden werden.

Die Wiener Hoteliers wünschen sich seit Jahren eine "Tourismuszone" im ersten Wiener Gemeindebezirk. Der Bürgermeister hätte es in der Hand, per Verordnung offene Läden an Sonn- und Feiertagen zu genehmigen. Innerhalb der Kaufmannschaft ist jedoch die Mehrheit gegen eine Ganzjahresregelung. Die Gewerkschaft zeigte sich auch verhandlungsbereit. Vor Weihnachten erregte eine Reihe von "Rebellen" mediales Aufsehen, die an drei Adventsonntagen ihre Geschäfte offen hielten und dafür Verwaltungsstrafen in Kauf nahmen.

In der deutschen Hauptstadt Berlin wurde wie berichtet die Ladenschlussgesetzgebung stark gelockert: Von Montag bis Samstag darf nun theoretisch rund um die Uhr geöffnet werden. Bei der gerade anlaufenden Landwirtschafts- und Lebensmittelmesse "Grüne Woche" erlaubt der Stadtsenat am kommenden Sonntag (28. Jänner) auch, die Läden von 13 bis 20 Uhr offen zu halten. (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.1.2007))

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