Der beste Kopierschutz? Kein Digital Rights Management!

9. Juli 2007, 11:28
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Streamburst will KundInnen nicht "wie Kriminelle" behandeln - Statt Kampf gegen Kopien will man besseres Angebot machen

Für die einen ist es ein notwendiger Schutzmechanismus, für die anderen schlicht ein massive Einschränkung der KundInnenrechte: Kaum ein anderes Thema ist in den letzten Jahren so kontrovers diskutiert worden, wie das des "Digital Right Managements".

DRM

Über komplexe Technologien soll die unerwünschte Weiterverbreitung von Musik- und Filmdateien verhindern. Dies allerdings nicht unbedingt zur Freude der eigenen KundInnen, die DRM primär als Ärgernis erleben. Schließlich macht es keine Freude herauszufinden, dass das eben erworbene Lied nur auf einem Gerät lauffähig ist, und für andere Hardware erneut erworben werden soll.

Kritik

So wundert es nicht, dass KritikerInnen von DRM das System schon lange nicht mehr als Kopierschutzmaßnahme sehen. Vielmehr gehe es darum den KundInnen ihr Geld gleich mehrmals abzuknöpfen. Kein Wunder also, dass diese nur begrenzt erfreut auf DRM reagieren und sich bei den Online-Käufen von Musik und Videos weiterhin eher zurückhaltend geben.

Streamburst

Dass es auch anders geht beweist das britische Unternehmen Streamburst, wie Arstechnica berichtet: In seinem Online-Shop will man künftig Filme ganz ohne DRM anbieten. Die heruntergeladen Videos kommen in einem unverschlüsselten MPEG4-Format, sie können ebenso problemlos auf DVDs gebrannt werden, wie sie für mobile Devices aufbearbeitet werden können.

Schutz

Gegenüber der Weiterverbreitung an Dritte schützt man sich hingegen nur minimal: Einerseits werden die Namen der KäuferInnen am Anfang eines Videos eingeblendet, andererseits versieht man die Filme mit einer Art Wasserzeichen, so dass sie nachträglich rückverfolgt werden könne.

Keine Verbrecher

Dass beides leicht austricksbar ist, ist Róbert Bjarnason von Streamburst klar, aber das seien ohnehin alle Kopierschutztechnologien. Es gehe viel mehr darum ein attraktives Angebot zu machen, so dass sich etwa das Entfernen des Namens am Anfang schlicht nicht rentiere. Es sei aber auch eine Frage des Prinzips, dass man nicht Leute, die sich gerade einen Film gekauft haben "wie Kriminelle behandle" und sie mit "Anti-Piraterie-Maßnahmen" geradezu in die Piraterie treibe.

Business

Allgemein müsse man sich damit abfinden, dass Raubkopien auch eine Geschäftsmodell sind. Wenn man ein Angebot macht, dass den KundInnen gewisse Vorteile bietet - etwa ein kostengünstiger Download in guter Qualität - noch dazu angepasst für verschiedene Devices - seien diese durchaus bereit zu zahlen, anstatt sich mühsam durch Tauschbörsen zu kämpfen.

Ausbau

Bisher ist das Angebot von Streamburst allerdings noch recht schmal, in Zukunft will man sich vor allem auf Independent-Produktionen konzentrieren. Bleibt abzuwarten, ob die Film- und Musikindustrie bereit ist einmal einem kleinen Vorbild zu folgen. Zumindest werden in den letzten Monaten jene Stimmen aus der Industrie, die das Scheitern von DRM verkünden, immer lauter. Ob man es schafft aus den aktuellen Problemen zu lernen, ist freilich eine andere Frage. (red)

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