Kyrill: User stürmen Wetterportale

30. Jänner 2007, 10:18
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Zugriffszahlen von Online-Wetterportalen und Informationsseiten der Wetterdienste schnellen in die Höhe

Der Orkan über Europa hat zu einem Ansturm auf Online-Wetterportale und Informationsseiten der Wetterdienste geführt. Während Kyrill am Donnerstag über das Land fegte, schnellten die Zugriffszahlen der einzelnen Wettermedien in außergewöhnliche Höhen. "Wir haben im betreffenden Zeitraum rund 3,7 Mio. Besucher auf unserer Webseite registriert. Das ist etwa 85 Mal mehr als an einem ruhigen Tag mit Hochdruckwetter", sagt Manfred Spatzierer, Geschäftsführer von meteomedia und Betreiber von unwetterzentrale.at. Gleichzeitig seien den ganzen Tag über unzählige Anrufe eingegangen. "Der Telefonhörer hat geglüht. Wir haben auch sehr viele Presseanfragen, Anrufe der Feuerwehr und aus dem Infrastrukturbereich bekommen", erklärt Spatzierer.

Schlaflos

Meteomedia hat auch die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) bei ihrem Krisenmanagement unterstützt. Zum Schlafen ist in der Sturmnacht kaum jemand gekommen. "Ich persönlich war etwa 36 Stunden durchgehend im Einsatz, so eine Ausnahmesituation haben wir seit Bestehen der Unwetterzentrale noch nicht erlebt", fügt Spatzierer hinzu.

Auch bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik(ZAMG) war die Nachfrage nach Wetterinformationen außerordentlich groß. "Die Zugriffszahlen auf die ZAMG-Webseite haben - bezogen auf 24 Stunden - etwa das Fünffache der durchschnittlichen Zugriffswerte erreicht", sagt Monika Köhler, Marketing ZAMG. So lag die Zahl der Visits auf der Einstiegsseite bei 177.464, das Warnsystem verzeichnete 46.145 und das Europa-Satellitenbild 110.047 Zugriffe. "Wetterereignisse dieser Art zeigen die Wichtigkeit eines Wetterdienstes wie der ZAMG im Hinblick auf die umfassende Informationsbereitstellung für die Öffentlichkeit", so Köhler.

Fernsehereignis

Nicht nur Wetterseiten, auch TV-Medien wurden von der Bevölkerung gestürmt. Der deutsche Nachrichtensender n-tv verzeichnete über den Tag verteilt 11,87 Mio. Zuseher. Eine Sondersendung zum Thema Kyrill um 22.30 Uhr erreichte 680.000 Menschen bzw. drei Prozent Marktanteil. Der Nachrichtensender hatte am Tag des Sturmes sein komplettes Programm an die außergewöhnlichen Wetterverhältnisse angepasst. (pte)

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