Mobiles Breitband überholt ADSL

29. Jänner 2007, 10:20
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Drastischer Preisverfall und Verfügbarkeit von 3G-Handys als Wachstumstreiber - Auch Kabel mit Zuwachs - WiMAX-Bedarf gering

Der österreichische Breitbandmarkt hat im vergangenen Jahr weiter an Fahrt gewonnen. Die Breitband-Penetration kletterte auf 42 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Analyse des österreichischen Telekommunikationsmarktes durch die Unternehmensberatung Arthur D. Little hervor. Vor allem beim Absatz von mobilen Breitbandzugängen konnten neue Rekordwerte erzielt werden. Mit 195.000 neuen Anschlüssen konnte mobiles Breitband erstmals den Absatz von ADSL (190.000 neue Anschlüsse) übertreffen.

Preisfrage

Der Siegeszug der mobilen Breitbandanschlüsse ist nach Analystenmeinung vor allem auf den drastischen Preisverfall, die gute Flächendeckung mit Breitband-Technologien wie HSDPA und die bessere Verfügbarkeit von Endgeräten mit integrierten 3G-Modulen zurückzuführen. Insgesamt zeichnete das mobile Breitband 2006 bereits für 40 Prozent des gesamten Marktwachstums verantwortlich. Zurück gemeldet haben sich aber auch die Kabelbetreiber. Der Absatz von Kabelanschlüssen konnte auf einen Neuzuwachs von 90.000 gesteigert werden. Alternative Breitbandtechnologien wie WiMAX verbuchten lediglich 5.000 Neukunden.

Umsatzwachstum schwach

Der anhaltende Preiskampf sorgte laut Arthur D. Little aber dafür, dass das Umsatzwachstum deutlich hinter den Zuwächsen bei den Anschlüssen zurück blieb. Dadurch kam es nach jahrelangem Wachstum auf dem gesamten Telekommunikationsmarkt 2006 erstmals zu einer Stagnation. Der harte Preiskampf und das zurückgehende Wachstum sind auch Gründe für die anhaltende Konsolidierung des Marktes. 2006 kam es unter anderem zur finalen Integration von Telering durch T-Mobile, zur Übernahme von Eunet durch eTel und der Übernahme von inode durch UPC sowie die Einigung bezüglich der Akquisition von eTel durch die Telekom Austria.

Weitere Übernahmen zu erwarten

Laut Arthur D. Little sind weitere Übernahmen zu erwarten. Potenzielle Kandidaten gebe es sowohl im Mobil- als auch im Festnetzbereich. "Die Konsolidierung ist aus unserer Sicht noch lange nicht abgeschlossen", so die Analysten. "Im mobilen Bereich gibt es noch Potenzial etwa durch eine Überkapazität im Sprachsektor", so Karim Taga, Geschäftsführer von Arthur D. Little Austria. Darüber hinaus gebe es insbesondere im Kabelbereich noch eine Reihe kleinerer Unternehmen.

Diskonter

Der Mobilfunkmarkt war im vergangenen Jahr vor allem durch die Zunahme von Billigangeboten wie bob oder yesss geprägt. In den kommenden Jahren rechnen die Analysten aber mit einer zunehmenden Sättigung des Marktes sowie einem abflachenden Preisverfall. Dadurch werde sich die derzeitige Marktdynamik weg von den Zugangsprodukten hin zu Content und Applikationen verlagern. Die Zukunft des Festnetzbreitbands sieht Taga vor allem in punkto Kapazität und Bandbreite. Triple Play oder HD Video Streaming seien für viele User mit mobiler Technologie auch in naher Zukunft nicht realisierbar, so Taga. (pte)

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