Die Wiedergeburt der Kolumbianer

16. Juli 2000, 19:09

Santiago Botero sorgte auf der ersten Alpenetappe für den ersten Sieg der Kletterspezialisten seit 1996.


Die Favoriten neutralisierten sich weitgegehend.

Abfahrt vom Col de Vars
Fotos: ARD
Der Kolumbianer Santiago Botero (Kelme) hat am Samstag die erste Alpenetappe über drei Pässe für sich entschieden. Seit 1996 hatte kein Fahrer aus dem Land der Kletterspezialisten mehr gewonnen. Auf dem Weg von Draguignan über 249,5 Kilometer nach Briançon galt es den Col d'Allos, den Col du Vars und den Col d'Izoard zu überwinden. Die Taktik der spanischen Kelme-Mannschaft, die schon seit 20 Jahren an der Tour teilnimmt, ging voll auf: bei jeder Attacke gelang es, mit zumindest einem Fahrer dabei zu sein. Im traditionsreichen Etappenort Briançon hatte Botero dann über zwei Minuten Vorsprung auf den Italiener Paolo Salvoldelli von Saeco. Zusätzlich zum Etappensieg holte er sich auf das Punktetrikot des besten Bergfahrers, das bisher sein Teamkollege Javier Otxoa trug. Schon auf der elften Etappe fuhr der 27-jährige um den Sieg hatte aber gegen seinen Fluchtgefährten Erik Dekker im Sprint keine Chance.

Die Favoriten um Spitzenreiter Lance Armstrong absolvierten die Bergfahrten gemeinsam. Kein Konkurrent des Amerikaners war in der Lage einen erfolgversprechenden Angriff zu lancieren, Armstrong wirkte erneut ausgesprochen souverän. Auf der Abfahrt vom Izoard versuchte sich Richard Virenque abzusetzen, musste aber bald die Hoffnungslosigkeit seines Unterfangens erkennen. Der Kletterkönig der vergangenen Jahre konnte sich im Gesamtklassement aber dennoch auf den fünften Platz verbessern und liegt nun wieder in Reichweite zu den Podesplätzen. Der Deutsche musste sich heute damit begnügen, den Anschluss nicht zu verlieren. Selbst initiativ zu werden war nicht drinnen. Am letzten Anstieg vor dem Ziel, bereits im Ortsgebiet von Briançon, errangelte sich Marco Pantani dann doch noch ein paar Sekunden Vorsprung und landete auf Rang drei.

Peter Luttenberger verlor rund fünfeinhalb Minuten und zwei Plätze in der Gesamtwertung. Bis zum Izoard, mit 2.361 Metern die höchste Erhebung der 14. Etappe, konnte der Österreicher aber immerhin mithalten. Seine teaminterne Position wurde jedoch als erneut klar bester ONCE-Fahrer weiter gestärkt. Laurent Jalabert und Abraham Olano, der auf einer Abfahrt zu Sturz kam, mussten ihre Ansprüche auf Spitzenplätze endgültig aufgeben. (rob)


14. Etappe (Draguignan-Briancon/249 km):

1. Santiago Botero (COL) 7:56:13 - 2. Paolo Savoldelli (ITA) 2:30 Minuten zurück - 3. Marco Pantani (ITA) 2:46 - 4. Fernando Escartin (ESP) 2:49 - 5. Richard Virenque (FRA) - 6. Christophe Moreaau (FRA), alle gleiche Zeit - 7. Lance Armstrong (USA) 2:51 - 8. Roberto Heras (ESP) - 9. Jan Ullrich (GER) 2:51 - 10. Joseba Beloki (ESP), alle gleiche Zeit ... 11. Pascal Herve (FRA) 2:55 - 15. Francisco Mancebo (ESP) 3:26 - 18. Manuel Beltran (ESP) 4:59 - 20. Daniele Nardello (ITA) 4:59 - 24. Javier Otxoa (ESP) 5:38 - 25. Peter Luttenberger (AUT) 5:38


Gesamtwertung:

1. Armstrong 61:02:33
2. Ullrich 4:55 zurück
3. Beloki 5:52
4. Moreau 6:51
5. Virenque 8:26
6. Heras 8:33
7. Beltran 9:33
8. Botero 10:00
9. Pantani 10:13
10. Mancebo 10:17
11. Escartin 10:56
12. Otxoa 12:33
13. Luttenberger 12:48
14. Herve 12:48
15. Nardello 13:24.

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