Orkan beschädigte Pipeline

1. März 2007, 19:45
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"Kyrill" legte einen Teil der Druschba-Pipeline lahm, die russische Transneft beruhigt: Die Öl-Lieferungen in die EU sind nicht gefährdet

Kiew/Moskau - Der Orkan "Kyrill" hat einen Teilstrang der "Freundschaft"-Ölpipeline ("Druschba") für Stunden lahm gelegt. Im Westen der Ukraine waren am Freitag zwei Pumpstationen entlang der Leitung von einem Stromausfall betroffen, teilte der Zivilschutz des Gebietes Lwow (Lemberg) mit. Die Gesamtlieferungen russischen Erdöls in Richtung Europäische Union seien nicht gefährdet gewesen, gab der Pipelinebetreiber Transneft in Moskau bekannt.

Ausfälle

Am Donnerstagabend war der Ölfluss über den ukrainischen Arm der "Druschba"-Pipeline nach Ungarn, Tschechien und in die Slowakei ausgefallen. Windböen rissen in der Westukraine Strommasten um, so dass mehrere Ortschaften ohne Elektrizität blieben. In zwei Städten fiel über Stunden die Trinkwasserversorgung aus. In der russischen Ostsee- Exklave Kaliningrad (ehemals Königsberg) gaben die Behörden Sturmwarnung. Seit kurz nach 13.00 Uhr MESZ floß das Öl wieder, berichtete die ukrainische Pipelinegesellschaft Ukrtransnafta später.

Über den südlichen Strang der "Freundschaft"-Ölpipeline werden die Ukraine, die Slowakei, Ungarn und Tschechien mit Öl versorgt. "Unser Export läuft im vollen Umfang", teilte ein Transneft-Sprecher mit. Aus Moskauer Sicht habe es keine Probleme gegeben. Der Betrieb der "Freundschaft"-Ölpipeline war in der zweiten Jännerwoche wegen eines Handelsstreits zwischen Russland und Weißrussland für mehrere Tage eingestellt worden. Leidtragende des Konflikts waren die Abnehmer in Deutschland, Polen und in weiteren EU-Staaten. (APA/dpa/AFP)

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