Kampf gegen Lepra

28. März 2007, 12:12
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Anlässlich des Welt-Lepra-Tages Ende Jänner mahnt die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe: Mittel zur Bekämpfung müssen erhalten werden

Frankfurt/Main - Lepra ist nach Worten des Medizinischen Leiters der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW), Adolf Diefenhardt, noch lange nicht besiegt. Noch immer würden weltweit jeden Tag etwa 900 neue Fälle entdeckt, rund 300.000 im Jahr, erklärte Diefenhardt aus Anlass des Welt-Lepratages, der am 28. Jänner begangen wird. Zudem habe Lepra eine Inkubationszeit von fünf bis zehn Jahren, manchmal sogar bis zu 30, so dass es kein Nachlassen im Kampf gegen die Krankheit geben dürfe.

Die Folgen

Auch die sozialen und wirtschaftlichen Folgen müssten weiter im Blick bleiben: Man dürfe nicht vergessen, dass weltweit etwa vier Millionen Menschen an den Folgeerscheinungen von Lepra wie Behinderung und Ausgrenzung litten, betont Diefenhardt.

Lepra gemeinsam mit Tuberkulose bekämpfen

Weil die Lepra aber insgesamt auf dem Rückmarsch sei, werde es schwieriger, ausreichend Mittel zu ihrer Bekämpfung zu erhalten. Auch deshalb biete es sich an, die Lepra-Kontrolle mit anderen Gesundheitsprogrammen zu kombinieren. In mehreren Ländern seien Lepra- und Tuberkulose-Programme verbunden worden, erklärt Diefenhardt. Beide Krankheiten würden durch Bakterien aus der gleichen Familie hervorgerufen und damit seien Nachweis- und Färbungsmethoden im Labor mehr oder weniger identisch.

Sowohl bei Lepra als auch bei TB sei eine Medikamenteneinnahme über mehrere Monate hinweg nötig, so dass ein gemeinsames Monitoring-System Kosten spare. Auch bei der Vorbeugung, beim Finden neuer Fälle unter Kontaktpersonen von Patienten und bei Aufklärungsmaßnahmen gebe es Synergie-Effekte. Auch die ursprünglich als Deutsches Aussätzigen-Hilfswerk gegründete DAHW habe ihr Kernmandat um den Kampf gegen Tuberkulose erweitert. (APA/AP)

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