Kuntzl gegen Fixierung von Frauen auf Betreuungspflichten

15. Juli 2000, 14:08

Vorschlag von Bartenstein zur Mitversicherung aber "überlegenswert"

Wien - "Grundsätzlich überlegenswert" ist für die SPÖ der Vorschlag von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V), die beitragsfreie Mitversicherung von EhepartnerInnen in der Sozialversicherung zu überdenken. Man müsste dabei aber einige Punkte genau beachten und dürfte "nicht überfallsartig" eine Regelung treffen, so Kuntzl im SPÖ-Pressedienst.

Negativ zu beurteilen sei am Bartenstein-Vorschlag, dass Frauen offensichtlich auf Betreuungspflichten fixiert werden sollten, meinte Kuntzl. Es dürfe keinesfalls ein Modell entstehen, das ein Rollenverhältnis festschreibt, in dem alleine die Frau für die Betreuung von Kindern und die Pflege von Angehörigen zuständig sein soll.

Kuntzl warnte die Regierung "eindringlich vor unüberlegten Schnellschüssen". Das Konzept müsse gut durchdacht sein und dürfe nicht zu sozialen Problemen führen, von denen etwa vor allem ältere Frauen betroffen wären, wenn von heute auf morgen eine Änderung vorgenommen würde.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Bartenstein hatte im Standard die beitragsfreie Mitversicherung von Angehörigen in der Sozialversicherung in Frage gestellt. (APA)

  • Artikelbild
    foto: standard/cremer
Share if you care.