SCO: Es geht bergab

29. März 2007, 11:20
9 Postings

Unix-Hersteller meldet erneut deutliche Verluste - Weitere Rückschlag im Prozess um angeblichen Code-Diebstahl im Linux-Kernel

Vor kurzem hat Novell im Verfahren gegen SCO um eine Beschleunigung gebeten, die Begründung: SCO werde es nicht mehr lange geben, daher befürchte man nicht mehr an das zustehende Geld zu kommen. Eine Einschätzung, die nicht ganz von der Hand zu weisen ist, betrachtet man die nun vorgelegten Quartalszahlen des vermeintlichen Unix-Rechteinhabers.

Relation

Während sich einerseits der Umsatz erneut verringert hat, steigt der Verlust auf der anderen Seite weiter an. In konkreten Zahlen sieht das dann so aus: Der Umsatz nahm im Vergleich zum Vorjahresquartal von 8,528 auf 7,349 Millionen US-Dollar ab. Als Hauptursache für das negative Ergebnis sieht man weiterhin die schwierige Konkurrenzsituation am Unix-Markt.

Lizenz

Kein Wunder: Mit den umstrittenen Linux-Lizenzen - SCO behauptet, dass im Linux-Kernel Code aus dem eigenen Unix entnommen wurde und man entsprechend rechtliche Ansprüche habe - macht man sowieso kein Geld. Im vierten Quartal waren es gerade noch mal 21.000 US-Dollar, die auf solche Art in die Kassa des Unternehmens wanderten.

Zahlen

Insgesamt kommt man so bereits auf einen Quartalsverlust von 3,743 Millionen US-Dollar, im Jahr zuvor waren es noch 3,431 Millionen US-Dollar gewesen. Dass es nicht noch mehr geworden ist, ist vor allem einer Reihe von Kosteneinsparungsmaßnahmen zu verdanken. Dass es für SCO trotzdem langsam ans Eingemachte geht, demonstriert eine andere Zahl: 12,664 Millionen US-Dollar hat man noch in der Hinterhand, halten die Verluste weiter so an, könnte dieser Polster also bald dahin geschmolzen sein.

Prozess

Unterdessen muss sich SCO auch an einer anderen Front mit unerfreulichen Nachrichten herumschlagen: So hatte SCO im Prozess um die behaupteten Urheberrechtsverletzungen im Linux Kernel IBM unterstellt, dass diese Code aus ihrem Versionskontrollsystem CMVC entfernt hätten, und deswegen der Code-Diebstahl nicht mehr nachvollziehbar ist. Die zuständige Untersuchungsrichterin, Brooke C. Wells, entschied nun aber, dass dies nicht der Fall sei, und SCO den vollständigen Code von IBM erhalten habe. (apo)

Link

SCO

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.