Versicherer atmen auf

1. März 2007, 19:45
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Schäden von "Kyrill" nicht in dem Ausmaß wie befürchtet - Schadensumme steht erst in den nächsten Wochen fest

Wien - Nachdem Orkan Kyrill Richtung Osten abgezogen ist, herrschte am Freitag Aufatmen bei den Versicherungen: Nicht in dem Ausmaß wie befürchtet dürften für die heimischen Versicherer die Schäden ausgefallen sein. Die meisten Fälle verzeichnete die Assekuranz in den Unwetterzentren Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg und auch in Wien. Vor allem betroffen waren an Dächer und Fassaden sowie Fahrzeuge.

"Wir sind relativ glimpflich davon gekommen", sagte der zuständige Experte bei der Uniqa, Werner Mayer, am Freitag zur APA. Das endgültige Schadensausmaß werde voraussichtlich erst in der kommenden Woche feststehen. Die Schäden hätten jedenfalls "nicht ein extremes Ausmaß erreicht". Dachschäden und abgedeckte Häuser wie zum Beispiel in Krems oder in Zwettl könnten jedoch ziemlich teuer sein und je nach Schadensgröße zwischen 20.000 und 150.000 Euro kosten.

"Die Hotlines glühen"

Der Sturm sei nicht so extrem gewesen wie befürchtet, meinte auch Generali-Sprecher Josef Hlinka: "Die Bevölkerung war gut vorbereitet, sodass die Schäden nicht so extrem ausgefallen sind." Die ersten Schadensmeldungen seien aber bereits eingetroffen. "Die Hotlines glühen."

Das endgültige Schadensausmaß werde man erst in der kommenden Woche sagen können. Bis Freitag, 13 Uhr seien allerdings bereits mehr als 1.200 Schadenmeldungen aus den vom Sturm "Kyrill" betroffenen Gebieten eingelangt, gab die Generali in einer Aussendung bekannt. 20 Experten seien derzeit an der kostenlosen Sturm-Hotline der Generali (0800 2044400) im Einsatz.

Bei der Wiener Städtischen sind bereits "mehrere 100 Schadensmeldungen mit in Summe einigen Millionen Euro Schaden" eingegangen, so der zuständige Bereichsleiter Wolfgang Reisinger. Allein in den Schwerpunktgebieten Niederösterreich und Oberösterreich wurden bis jetzt 300 Schäden gemeldet, davon 20 bis 30 Großschäden im Ausmaß von jeweils rund 10.000 Euro. Größter Fall bis jetzt sei ein Bauhof im oberösterreichischen Ansfelden mit einem Schaden von etwa 100.000 Euro.

OÖ und NÖ am stärksten betroffen

An das Sturmjahr 2000 werde die Schadensbilanz jedenfalls nicht herankommen, so Reisinger. Damals betrug das Schadensvolumen rund 25 Mio. Euro. Aktuell kamen die meisten Schadensmeldungen aus Oberösterreich und Niederösterreich und am Rande aus Wien. Wenig betroffen waren der Westen Österreichs und das Burgenland.

Die Allianz geht von 4.000 bis 5.000 Kyrill-Schadensfällen aus. Das Volumen dürfte bei vier bis fünf Millionen Euro liegen, so Allianz-Sprecher Günter Kornfeld. Im Vergleich dazu hätten die Hochwasserkatastrophen in den Jahren 2002 und 2005 der Allianz 15 bzw. 12 Mio. Euro gekostet. Es sei diesmal noch "glimpflich" abgegangen. Das tatsächliche Ausmaß werde aber erst in zwei bis drei Wochen feststehen, wenn alle Schadensmeldungen eingetrudelt sind. Betroffene sollten aber ihre Schäden sofort reparieren lassen, um mögliche Folgeschäden zu vermeiden.

Eine Milliarde Schaden in Deutschland

In Deutschland dürften sich die (versicherten) Sturmschäden ersten Schätzungen zufolge auf rund eine Milliarde Euro belaufen. Windgeschwindigkeit, Ausdehnung und Verweildauer seien bei "Kyrill" größer gewesen als beim Orkan "Jeannett" im Oktober 2002, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Freitag in Berlin mit. Für "Jeannett" hatten die Deutschen Versicherer mehr als 660 Mio. Euro bezahlt. (APA/dpa/red)

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    In Zwettl fegte "Kyrill" das Dach des Gymnasiums weg.

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