Hipp für ethisch-ökologisches Handeln

8. Februar 2007, 14:31
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Das ökologische Engagement, das in den 50er Jahren mit dem Umstieg auf "bio" seinen Anfang nahm, zieht sich mittlerweile konsequent durch sämtliche Bereiche des Unternehmens

Linz - Der Babynahrungshersteller Claus Hipp registriert zunehmendes Interesse an ethisch-ökologischem Handeln in der Wirtschaft. Das stellte er in einem "Zukunftsgespräch" mit oberösterreichischen Journalisten fest, das Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl Donnerstagabend in Linz organisiert hatte. Der Landesrat will künftig Förderungen auch darauf ausrichten.

Respekt

Hipp verwies auf die "Charta" seines Unternehmens, in der "Spielregeln" über ehrbares kaufmännisches Verhalten festgeschrieben sind. Sie sei auf einen langfristigen Erfolg orientiert. Dazu gehöre unter anderem innerhalb der Firma ein ordentlicher Umgang miteinander, dass gegenüber Kunden eingehalten werde, was versprochen worden ist, Lieferanten anständig behandelt und nicht ständig die Preise gedrückt werden, Innovationen für Verbesserungen gesucht werden, dass die Konkurrenz respektiert und nicht schlecht geredet werde, aber auch, dass man bei einem Angriff adäquat zurückschlage. Er propagiert auch die Einhaltung der christlichen Kardinaltugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Maßhaltung. Sein Unternehmen verwende nicht nur Rohstoffe aus Bio-Landwirtschaft, sondern habe auch den Kohlendioxid-Ausstoß um 97 Prozent gesenkt und beziehe Energie ausschließlich aus Holz, 98 Prozent der Abfälle würden wiederverwertet, der Wasser- und Wärmebedarf sei um 40 Prozent gesenkt worden.

Der Unternehmer gestand ein, dass sich Inhaber-Unternehmen bei ethisch-ökologischem Handeln leichter tun als Kapitalgesellschaften. Erstere könnten auch einmal einen Verlust hinnehmen, bei letzeren bestehe ein enormer Druck auf die Verantwortlichen, dass immer mehr Gewinne erzielt werden. Insgesamt sei aber zuletzt längerfristiges Denken wirtschaftlich erfolgreicher, stellte Hipp fest. Und er registriere immer mehr Interesse bei jungen Menschen an diesem Weg. Viele seien der Ansicht: "So wie jetzt kann es nicht mehr weitergehen".

Traditionsunternehmen

Hipp ist ein erfolgreicher und hochdekorierter Unternehmer, der zusammen mit seinen Brüdern die von seinem Vater übernommene Firma mit Hauptsitz in Pfaffenhofen an der Ilm in Bayern führt. Im Bereich Gläsernahrung ist sie nach eigenen Angaben mit 70 Prozent Anteil Marktführer. Die insgesamt rund 1.530 Mitarbeiter erzielten zuletzt einen Umsatz von zirka 450 Mio. Euro. Das jährliche Wachstum gibt Hipp mit etwa fünf Prozent an, obwohl der Markt - sinkende Geburtenzahlen - kleiner werde. Das Wachstum ergebe sich im Ausland und durch Absatz im Erwachsenenbereich. Standorte mit insgesamt zirka 1.530 Mitarbeitern gibt es in Deutschland, in Ungarn, Kroatien, der Schweiz, der Ukraine und in Österreich in Gmunden (150 Mitarbeiter). Pläne über ein Werk für Milchprodukte im Mühlviertel in Oberösterreich werden nicht verwirklicht.

Sigl stellte fest, soziale Kompetenz in der Wirtschaft - im Betrieb, gegenüber Kunden, Lieferanten und der eigenen Familie - zähle zur Standortqualität. In vielen oberösterreichischen Unternehmen werde das bereits gelebt. Das soll künftig mehr betont werden. Derzeit würden die öffentlichen Förderungen neu definiert. Schon jetzt gebe es einen Ökobonus, künftig sollte auch die soziale Verantwortung mit einem Bonus bewertet werden. (APA)

  • Artikelbild
    foto: hipp
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