Ausstellung einer Entstellung

16. Juli 2000, 11:50

Die französische Extrem-Performerin Orlan arbeitet mit sich selbst: Sie lässt sich kosmetisch verändern und dokumentiert auf Video ihre Operationen.

Foto: Orlan Bregenz - In Bregenz beginnt an diesem Wochenende eine Ausstellung der ungewöhnlicheren Art: Im "Magazin 4" ist das Werk "omnipresence - Operation 21. November 1993" der französischen Künstlerin Orlan zu sehen. Orlan zieht als Ausgangsmaterial ihrer Arbeiten ihren eigenen Körper bzw. ihr Gesicht heran, das sie durch kosmetische Operationen verfremden lässt. Jede dieser Operationen, gegenwärtig die siebente, wird auf Video dokumentiert und anschließend in Ausstellungen gezeigt. Zur realen Verfremdung kommt mitunter auch noch die Nachbearbeitung am Computer, etwa in Zusammenarbeit mit Pierre Zovilé.

Orlan will ihren Körper zum Gegenstand der öffentlichen Diskussion machen. Die Serie ihrer Operationen hält seit 1990 an und soll sie letztendlich in ein neuartiges Geschöpf transformieren, das auf Venus, Diana, Europa, Psyche und der Mona Lisa basiert. Als Verweis auf den schmerzvollen Gebärakt denkt Orlan gegenwärtig an eine operativ zu schaffende neue Körperöffnung und -schließung.

Die Ausstellung läuft bis 20. August. Ein Werk Orlans ist auch im Rahmen von "Kunst in der Stadt" zu sehen. (red)

Share if you care.