Asamer entschuldigt sich für seine Aussage über Juden

15. Juli 2000, 11:18

"Habe nicht meine Meinung wiedergegeben, sondern das, was man in vielen arabischen Ländern sagt"

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Das hatte Asamer gesagt

Wien - Der Ex-ÖVP-Bürgermeister und oberösterreichische Schotterunternehmer Johannes Asamer entschuldigt sich im Montag erscheinenden "profil" für die in der Vorwoche gegenüber "profil" getätigten Äußerungen zur Zwangsarbeiter-Entschädigung. Asamer hatte gemeint: "Die Juden treiben's noch so weit, bis sie wieder eine auf den Deckel kriegen". Jetzt sagt er: "Ich entschuldige mich für die unbedachte, falsche und verletzende Erklärung, die ich abgegeben habe." Er habe "nicht meine Meinung wiedergegeben, sondern das, was man in vielen arabischen Ländern sagt." Außerdem will er freiwillig aus dem ÖVP-Wirtschaftsbund austreten.

"Meine unbedachten Äußerungen hatten auch zur Folge, dass man beim oberösterreichischen Wirtschaftsbund disziplinäre Konsequenzen bzw. ein Ausschlussverfahren gegen mich gefordert hat. Dieses erübrigt sich. Ich habe Wirtschaftsbundobmann Christoph Leitl mitgeteilt, dass ich meine Gesinnungsgemeinschaft damit nicht belasten und daher austreten möchte", so Asamer. Seine Meinung hat Asamer auch zur Einzahlung in den Entschädigungsfonds geändert: Während er letzte Woche meinte, er werde "sicher nichts" einzahlen, erklärte er nun: "Diesen Entschluss habe ich inzwischen revidiert."

Die grüne Abg. Terezija Stoisits richtet in der "Causa Asamer" eine parlamentarische Anfrage an Justizminister Dieter Böhmdorfer. Sie verlangt Aufklärung darüber, ob wegen Asamers Aussagen "von der zuständigen Staatsanwaltschaft Vorerhebungen durchgeführt wurden" und "ob Asamer mit seiner Aussage einen strafrechtlich relevanten Tatbestand gesetzt hat". (APA)

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