Europay will Visa-Lizenz

18. Jänner 2007, 17:01
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In Österreich dürfte es in absehbarer Zeit einen weiteren prominenten Lizenznehmer des internationalen Kreditkartenanbieters Visa geben

Wien - Der Wettbewerb im heimischen Kreditkartenmarkt wird wohl neu aufgemischt. In Österreich dürfte es in absehbarer Zeit einen weiteren prominenten Lizenznehmer des internationalen Kreditkartenanbieters Visa geben - und zwar von der Konkurrenz: Die Kartengesellschaft und Bankomatbetreiberin Europay (MasterCard/Maestro-Bankomatkarten) hat einen Aufsichtsratsbeschluss gefasst, eine Visa-Lizenz zu beantragen. Europay gehört allen Banken.

Nach Worten von Erste Bank-Vorstand Erwin Erasim gäbe es dann vier Lizenznehmer aus der Finanzbranche in Österreich: Neben dem traditionellen Anbieter im Land - der im Besitz von Bank Austria Creditanstalt und Raiffeisen stehenden Visa Service Kreditkarten AG - hat die Lizenz gebende Gesellschaft Visa Europa bereits auch an die Erste Bank und an die BAWAG P.S.K. Lizenzen für die Ausgabe von Visa-Kreditkarten vergeben.

Kreditkarte spätestens 2007 am Markt

Die im Besitz der österreichischen Banken befindliche Europay Austria rechnet damit, dass sie mit der Visa-Kreditkarte spätestens Ende 2007 am heimischen Markt sein wird, sagte Geschäftsführer Peter Neubauer heute, Donnerstag, zur APA. Im Zusammenhang mit dem Euro Zahlungsverkehrsraum (SEPA) müssten sich längerfristig alle Kartenunternehmen neu aufstellen. Für Europay stellten die Visa-Karten neben der MasterCard und der Kooperation mit der japanischen JCB International Co. nun das dritte Standbein dar.

Gegen das Urteil des Kartellgerichts, das über die Europay in einem seit Jahren laufenden Kartellvorwurf eine Rekord-Geldbuße von 5 Mio. Euro verhängt hat, hieß es heute, ein Rekurs werde derzeit von den Anwälten geprüft. Die Frist läuft am 2. Februar ab. Es handelt sich dabei um bargeldlose Transaktionen an Geschäftskassen in der Zeit von 1998 bis 2004. Das Unternehmen easycash hatte sich an die Wettbewerbshüter gewandt, ist mittlerweile nicht mehr in Österreich tätig und hat die Klage zurückgezogen. Daraufhin wurde die Wettbewerbsbehörde von sich aus aktiv. (APA)

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    foto: europay austria zahlungsverkehrssysteme gmbh
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