Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Vom Strand in die Berge ist es in Andalusien ganz nah. Da Europas südlichstes Skigebiet bis auf knapp 3000 Meter reicht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ausreichend Schnee vorhanden ist, gar nicht gering.
Stiere im Schnee
Wer sich die schmale Serpentinenstraße in Europas südlichstes
Skigebiet mit dem Auto hinaufschraubt, kommt an den typischen pechschwarzen
andalusischen Osborne-Werbetafeln mit dem Umriss eines Stieres vorbei. Nur
stehen die Riesen hier mit den Füßen im Schnee. Ein paar Meter weiter
jagt in der Kurve ein stilisierter Rennläufer aus Holz und Farbe auf
Schlittschuhen über eine Sperrholztafel und wirbt für die
nächstgelegene Eislaufbahn. Julio Iglesias nimmt regelmäßig
diesen Weg an den Stieren vorbei, Antonio Banderas und Melanie Griffith kommen
oft übers Wochenende aus ihrem Haus in Marbella zum Skifahren hier
herauf. Kronprinz Felipe und König Juan Carlos, beide begeisterte
Wintersportler, zählen zu den Stammgästen. Sogar Madonna war
schon ganz privat und nahezu unerkannt dort.
Fernando Alonso ist der einzige Star
Und selbst Mick Jagger landete einmal mit dem Hubschrauber auf dem Asphalt der mehrspurigen Parkhauseinfahrt von Pradollano. Viele haben den spektakulären Auftritt gesehen, keiner wusste, wer der Heli-Passagier mit Spiegel-Brille, Mütze, diesen merkwürdigen Lippen und dem dicken Anorak war - und letztlich war es den meisten auch egal. Zehn Minuten später stand er in der Liftschlange, und keiner interessierte sich mehr für ihn. "Viele Prominente kommen hierher", erzählt Skilehrer Pablo Ruiz de Almirón, der schon Spaniens Erfolgsskifahrerin Maria José Rienda als Elfjährige trainierte. "Die kombinieren Strandspaziergänge an der Costa del Sol oder Shopping- und Kultur-Trips ins 32 Kilometer entfernte Granada mit Wintersport hier oben bei uns. Und wirklich umlagert wird nur einer: Fernando Alonso!"
Der spanische Formel-1-Rennfahrer bevorzugt die mit 5,9 Kilometern
längste Abfahrtspiste der Region und ist auch auf Skiern sofort an seinem
Fahrstil zu erkennen, der sich als "recht weltmeisterlich" und
"ein bisschen gewagt" umschreiben lässt. Beim Boxenstopp gibt
es Tapas und Bocadillos, und im Ziel muss Alonso regelmäßig
Autogramme geben. Bereitwillig krakelt er seinen Namenszug, wohin auch immer
ihn die Fans haben wollen. Nur aus dem Après-Ski-Rummel hält er
sich heraus: keine Mojitos in den Bars, keine durchtanzten Nächte in den
vielen Discos. Skilegende Alberto Tomba ist da temperamentvoller: Vor Jahren hat
er hier bei der Abfahrts-weltmeisterschaft zwei Goldmedaillen gewonnen. Jetzt
kehrt er regelmäßig an die Stätte seines großen Triumphes
zurück, feiert sich selbst - und die Nächte durch.
Dünne Luft
Acht Eisbären pro Minute bewegen sich täglich zwischen neun und 17 Uhr Richtung Gipfel. Sie kleben als lebensgroße Werbelogos einer spanischen Bank an den Seilbahnkabinen von der Station in Pradollano ins einen Kilometer höher gelegene Borreguiles, rauschen hoch über den Köpfen der wieder talwärts wedelnden Skifahrer und Snowboarder hinweg in Richtung von Spaniens höchstem Gipfel. Bereits ein paar Meter von der Bergstation entfernt knirscht der Schnee, als liefe jeder durch ein Meer aus Styroporkügelchen, die in alle Richtungen unter Skiern oder Schneeschuhen zu fliehen scheinen.
Die Winter-Wanderer, die diesen Vormittag in Schneeschuhen hinter Pablo Ruiz in Schräglage den Hang entlangstapfen, machen kleine Schritte, bis sie sich an die dünne Luft gewöhnt haben. Tief versinken sie im weichen Weiß, klettern breitbeinig durch den Pulverschnee. Sie lassen sich von den Sonnenstrahlen wärmen und beobachten durchs Fernglas die seltenen spanischen Steinböcke, sehen am Horizont das Mittelmeer - bis Ruiz das Fernglas in Gegenrichtung hält und in 100facher Vergrößerung die Pisten anpeilt: "Der da", sagt er, "im roten Dress! Unverkennbar! Der Fahrstil! Das ist Alonso!" (Helge Sobik/Der Standard/ RONDO/19.01.2007)
1812 gab sich Cádiz die erste demokratische Konstitution Spaniens. 2012 erzählt die Stadt ihren Besuchern davon
An der spanischen Costa del Sol locken zahlreiche Tauch- und Golfplätze - aber auch das alljährlich stattfindende Gourmetfestival in Alcaidesa
Die "feria de abril" ist das Oktoberfest Spaniens. In Sevilla wird sechs Tage lang bei Sherry und Flamenco in bunten Trachten statt im Dirndl gefeiert
In der Alhambra in Granada wird jeden Sommer Musik gemacht - ein guter Ausgangspunkt für geschichtliche und kulinarische Erkundung
In Jerez wird bei der Feria del Caballo die Tradition hochgehalten
Motorradreisen im Winter? Besser auf Andalusiens endlosen Kurven als in Bayern
Aussteiger und Sinnsuchende wollten alle in dieses eine Dorf an der Costa del Sol. Sie vermuteten dort Freiheiten, wie sie James A. Michener in seinem Roman aus dem Jahr 1971 versprochen hatte
Viele Hollywoodstars verbringen nun privat ihren Urlaub am Cabo de Gata an der andalusischen Costa de Almería
Ein Teil Andalusiens gleicht dem Roten Planeten nicht nur optisch, im Río Tinto herrschen sogar ähnliche Bedingungen für mögliches Leben
Der Naturpark Cabo de Gata nahe Almería ist ein seltenes Gefüge aus wüstenähnlicher Landschaft, Feuchtgebieten und fragiler Flora
An der Costa Tropical mit ihrem einzigartigen Mikroklima
wachsen tropische Pflanzen in Sichtweite der Gipfel der Sierra
Nevada
Die famosen Fässer in den "Sakralbauten" der Sherry-Päpste von Jerez zu öffnen ist ein berauschendes Erlebnis
wenn man Anfang März (mit Shorts) im GC Granada unter Palmen eine Runde dreht, wirkt es für uns Österreicher fast befremdlich, die Autos -mit Schiern am Dach- auf die Sierra Nevada rauffahren zu sehen. Pittoresk, aber eindrucksvoll! Viva Espania!
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.