AMS will mehr Personal

13. Februar 2007, 13:40
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Die Regierung hat dem Arbeitsmarktservice eine Reihe neuer Aufgaben und somit neuer "Kunden" zugedacht. Vorstand Kopf zeigt sich gerüstet, verlangt aber mehr Ressourcen

Wien – "Wenn wir all das machen sollen, was vorgesehen ist, dann müssen wir die Frage nach neuen Ressourcen stellen", sagt Johannes Kopf, mit Herbert Buchinger Vorstand des Arbeitsmarktservice Österreich (AMS), im Gespräch mit dem STANDARD. Derzeit hat das AMS rund 4800 Mitarbeiter. Um wie viele mehr es werden müssten, hänge letztendlich von den konkreten Anforderungen der Regierung ab. Grundsätzlich sei es aber „unter einer großen Koalition leichter“, den Bedarf erfüllt zu bekommen, da das AMS über den mit Sozialpartnervertretern besetzten Verwaltungsrat eng mit den Schaltstellen der Republik verknüpft sei.

Dem AMS werden künftig auf jeden Fall mehr "Kunden" zuströmen: So wird etwa die Sozialhilfe künftig von AMS-Stellen ausbezahlt (und auch eventuelle Sperren derselben verhängt) werden. Um wie viele Personen es gehen wird, sei nicht eruierbar, "weil die Datenerfassung in den Ländern teilweise sehr schlecht ist", so Kopf. Bis es allerdings so weit ist, dass die Sozialhilfeempfänger vom AMS betreut werden, werde es mindestens bis Anfang 2008 dauern, da für technische Vorbereitungen der Bund sich mit den Ländern einigen muss ("$15a-Vertrag").

Weiters sollen freie Dienstnehmer – derzeit rund 29.000 Personen – in die Arbeitslosenversicherung aufgenommen werden. Kopf rechnet daraus mit 1500 bis 2000 neuen Kunden für das AMS. Bei der geplanten freiwilligen Arbeitslosenversicherung für Selbstständige glaubt Kopf, dass diese "kein Massenprogramm" werde. Es gebe ohnehin "bestehende Ansprüche", wenn ein Selbstständiger irgendwann in seinem Arbeitsleben unselbstständig gewesen ist.

Mehr Personal binden werde auch die verstärkte Einzelfallbetreuung, die laut Regierung forciert werden soll. Neben jugendlichen Arbeitslosen seien Wiedereinsteigerinnen oder Niedrigqualifizierte Zielgruppe.

Wie berichtet, wurden die AMS-Mittel bis 2010 jährlich um rund 200 Mio. Euro auf rund 830 Mio. Euro aufgestockt. Gespeist wird das AMS aus dem Arbeitslosenversicherungstopf, der im Defizitfall aus dem Bundesbudget aufgefüllt wird. Im Vorjahr betrug der Abgang 476 Mio. Euro. Kopf erwartet, dass trotz höherer Ausgaben das Minus heuer auf rund 300 Mio. Euro sinken werde – im Zuge der gut laufenden Konjunktur und der damit zurückgehenden Arbeitslosenzahl. (Leo Szemeliker ,DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.1.2007)

  • Der
ehemalige
Bartenstein-
Mitarbeiter
Johannes
Kopf ist einer
von zwei
AMS-Chefs.
    foto: standard/heribert corn

    Der ehemalige Bartenstein- Mitarbeiter Johannes Kopf ist einer von zwei AMS-Chefs.

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