Das Ostkap der Karawanken

    15. Juli 2000, 13:16
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    Der imposante Kalkstock der Petzen ist die östlichste über 2000 Meter aufragende Erhebung der Karawanken, sozusagen das Ostkap dieses großartigen Höhenzuges.

    Quer über den Berg verläuft die Staatsgrenze, weshalb man bei einer Bergwanderung zum Kordeschkopf und zur Feistritzer Spitze (Hochpetzen) immer den Pass oder Personalausweis mit haben muss. Der höchste Punkt, der Kordeschkopf (Kordezeva glava) ist nur über slowenisches Gebiet erreichbar; dies stellt kein Problem dar, denn der Kniepssattel ist offizielle Grenzübertrittsstelle. (Die Schreibweise Knirpssattel in der Bundesamtskarte ist falsch).

    Eine Wanderung zum Gipfel der Petzen und zur Feistritzer Spitze, dem höchsten in Österreich liegenden Punkt, verlangt wenig Mühe, denn man kann mit der Kabinenbahn bis in eine Höhe von fast 1700 m fahren. Man hat also reichlich Zeit und Muße, sich an den Schönheiten des Berges zu erfreuen, der eine grandiose Rundsicht bietet. Man erblickt etwa Hochobir, Uschowa, die Steiner Alpen, Kor- und Saualpe. Besonders beeindruckt der Tiefblick in das Rosen-, Jaun- und Lavanttal. Dazu gesellt sich eine beachtenswerte Blumenwelt, in der sich so Kostbarkeiten wie das Rote Kohlröschen befinden.

    Obgleich man sich zwischen Kniepssattel und Feistritzer Spitze am Rande steiler Abbrüche bewegt, ist der Weg ungefährlich, aber steinig. Die Petzen war früher ein wichtiges Bergbaugebiet, in dem man nach Blei schürfte. Man beutete auch die hochgelegenen Erzgänge aus, die bis knapp unter den Gipfelkamm reichten. Die Stollen sind aber eingestürzt oder verschüttet, die meisten Spuren der einstigen Tätigkeit der Knappen nahezu verschwunden.

    Um die Mitte des 19. Jahrhunderts erlaubte man den Touristen, das Gebiet zu betreten und ein Knappenhaus als Raststätte zu benützen; "soweit es ohne Beeinträchtigung des Bergbaues und Beirrung der Besitzer und Beamten möglich war," wie es in einer hochoffziellen Verordnung hieß. Vom Hotel Petzenkönig, südlich von Bleiburg, fährt man mit der Kabinenbahn zur Hochfläche und steigt dann entlang von Skipisten in einer Stunde zum Kniepssattel (Knipsovo sedlo) auf, passiert die Grenze und erreicht in einer weiteren halben Stunde den Kordeschkopf. Zurück in den Sattel und weiter über den Knieps zur Feistritzer Spitze. Ab Kordeschkopf 1 1/2 Stunden. Dann steigt man nach Norden zu der in einem engen Tal liegenden Krisch-Jagdhütte ab und gelangt so im Gegenanstieg zur Bergstation der Kabinenbahn. Gehzeit ab Feistritzer Spitze 1 3/4 Stunden. Alle Wege sind rot markiert und sehr gut beschildert.



    Gesamtgehzeit 4 3/4 Stunden, Höhenunterschied unter 600 m.
    Gasthaus Siebenhütten nahe der Bergstation. Kabinenbahn im Juni und September von Mittwoch bis Sonntag, im Juli und August täglich in Betrieb.
    Wanderkarte Bleiburg, Feistritz ob Bleiburg, Globasnitz; Maßstab 1:33.000.

    Von Bernd Orfer
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