Börsegang trotz Fristverlängerung 2008 "wahrscheinlich"

8. Februar 2007, 14:05
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Die Wahrscheinlichkeit, dass es 2008 zum Börsengang der Kärntner Hypo kommen wird, schätzt GraWe-Chef Ederer als "sehr hoch" ein, man sei auf Kurs

Wien - Der Börsengang der Kärntner Hypo Group Alpe Adria soll nach Eigentümerangaben trotz der jüngst erfolgten Erstreckung der dafür eingeräumten Frist bis auf das Jahr 2010 doch wie bisher vorgesehen im kommenden Jahr erfolgen. Am für 2008 geplanten Börsengang werde festgehalten, sagte der Chef der Grazer Wechselseitigen Versicherung (GraWe), Othmar Ederer, am Mittwoch in Wien im Klub der Wirtschaftspublizisten. Die Wahrscheinlichkeit, dass es 2008 zum Börsengang der Kärntner Hypo kommen wird, schätzt Ederer als "sehr hoch" ein, man sei auf Kurs.

Die Initiative zur Erweiterung des Handlungs- und Gestaltungsspielraumes sei vom Land Kärnten ausgegangen und bedeute keine Abkehr vom grundsätzlichen Ziel, 2008 mit der Bank an die Börse zu gehen, betonte Ederer. Mit den Swap-Verlusten, die die Bank noch zu verdauen hat, habe dies aber nichts zu tun.

Politischen Handlungsspielraum vergrößern

Den Eigentümervertretern des Landes Kärnten sei es vor allem darum gegangen, ihren politischen Handlungsspielraum zu vergrößern, da sie als öffentlicher Eigentümer mehr auf Transparenz achten müssten als private Investoren, so der GraWe-Chef sinngemäß. Bei den ersten Terminisierungen hätte man sich seinerzeit doch sehr enge Fesseln angelegt. Die Frage nach einer Verlängerung der seit 2005 laufenden dreijährigen Wandelanleihe über 2008 hinaus wäre an das Land Kärnten zu richten.

Die zweite Tranche der Kapitalerhöhung bei der Hypo Kärnten durch die Investorengruppen Berlin & Co AG und Kingsbridge Capital Advisors in Höhe von erneut 125 Mio. Euro werde per 28. Februar erfolgen. Mit den zusammen zusätzlichen 250 Mio. Euro sei die weitere Expansion abgesichert. "Das sollte ausreichen, um den Bedarf im Banken- und Versicherungsbereich abzudecken", sagte der GraWe-Chef.

Anteile schrittweise reduzieren

Die neuen Aktionäre werden mit 9,1 Prozent an der Hypo Kärnten beteiligt sein. Land und GraWe werden ihre Anteile schrittweise reduzieren. Aus heutiger Sicht werden GraWe und Land Kärnten dauerhaft jeweils über 25 Prozent der Anteile halten, sagte Ederer. Die beiden Hauptaktionäre Land Kärnten und GraWe haben ihre Aktienpakete vertraglich syndiziert.

Im Zusammenhang mit den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen die früheren Vorstände wegen der Verdachts der Untreue und Bilanzmanipulation hofft Ederer, dass es zu keiner Anklage kommen wird. Aus heutiger Sicht werde die GraWe keine Schadenersatzforderungen an die Vorstände stellen, neue Fakten könnten aber eine neue Beurteilung der Lage erfordern, so der GraWe-Chef. (APA)

  • Othmar Ederer
    foto: standard/fischer

    Othmar Ederer

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