Bartenstein stellt Mitversicherung für EhepartnerInnen in Frage

14. Juli 2000, 20:31

Ausnahme Reproduktionsarbeit

Wien - Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein (V) stellt die beitragsfreie Mitversicherung von Angehörigen in der Sozialversicherung in Frage. Es sollte "offen diskutiert" werden, wo diese Mitversicherung gerechtfertigt ist, so Bartenstein in einem Interview mit dem Standard. Der Minister sagt auch gleich selbst, wo er diese Leistung für gerechtfertigt hält: "Ganz sicher" etwa, wenn Betreuungspflichten gegenüber Kindern bestehen oder - meist von Frauen - Verwandte oder Angehörigen gepflegt werden; Arbeiten, die auch unter den Begriff "Reproduktionsarbeit" fallen.

Allein die Tatsache, dass mensch eineN EhepartnerIn hat, ist für Bartenstein jedenfalls keine ausreichende Grundlage für die beitragsfreie Mitversicherung. Zahlen zu seiner Forderung konnte das Büro des Ministers auf Anfrage noch nicht nennen.

Weiters geht es dem Minister um eine "Optimierung der sozialen Treffsicherheit", etwa darum, Überversorgungen im Bereich des Zusammenfalls von Versehrtenrenten, Unfallrenten und Pensionsansprüchen abzubauen. Hinweise auf "Fehlentwicklungen" gebe es außerdem bei der Invaliditätspension, die in Österreich von atypisch wenig Jugendlichen, später aber von atypisch vielen Personen in Anspruch genommen werde. (APA/red)

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