Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Der Top Mountain Star ist nicht nur eine topografische Gratwanderung: Er bewegt sich zwischen Marketing und Architektur. (Bild: Ötztal Tourismus)

Ein wildes Reptil aus Stahl und Glas: Talstation der Galzigbahn auf dem Arlberg. (Bild: Siemens)
Mehr Bilder:
www.galzigbahn.at

Der Planai Golden Jet ist gleich zwei Gebäude in einem: Um einer Verhüttelung vorzubeugen, wurde alles mit einem Glasparavent Größe XXL zusammengefasst. (Grafik: Hofrichter-Ritter)
Mehr Bilder:
www.goldenjet.at
www.hofrichter-ritter.at

Eine echte Zaha Hadid: Die Hungerburgbahn in Innsbruck gibt sich aalglatt und stromlinienförmig. Der technische Aufwand ist enorm. (Grafik: Hadid, Malojer)
Mehr Bilder:
www.nordpark.com
www.inkb-neu.at
Angesichts eines Winters, der nicht kommen mag, stellt sich unweigerlich die Frage, ob die Schlussfolgerung der Schweizer Studie nicht auch mit den vernichtenden Prognosen der Meteorologen zusammenhängt. Im Alpenraum ist die Rede von bis zu 4,5 Grad Celsius Temperaturanstieg bis zum Jahr 2100. So mancher Schnee wechselt dabei seinen Aggregatzustand, in den niederen Regionen ist es ums Skifahren somit geschehen. Da wird es Österreich nicht anders ergehen als der Schweiz. Doch bevor der teure Wintersport endgültig den Bach runtergeht, greifen die Investoren noch einmal tief in die Tasche und holen aus der Ressource Berg heraus, was zu retten ist.
Hungerburg-U-Bahn
Gleich eine Hand voll neuer Liftstationen wurde in der vergangenen Saison eröffnet oder deren Entwürfe von berühmten Händen in den Block skizziert. Prominentestes Beispiel ist die Hungerburgbahn von Zaha Hadid, womit Innsbruck - nach der Sprungschanze auf dem Bergisel und dem Rathaus von Dominique Perrault - ein weiteres Mal auf die Karte der Stararchitektur setzt. Die teilweise unterirdische Standseilbahn beginnt mit der Haltestelle "Kongress- und Konzerthaus" direkt im Stadtzentrum und endet nach vier Stationen bei der Hungerburg. Mit diesem Novum erhält Innsbruck eine Art U-Bahn ins hoch gelegene Naherholungsgebiet. Kostenpunkt für die Hungerburgbahn inklusive der anschließenden Nordkettenbahnen: 50,6 Millionen Euro, die Eröffnung ist im Herbst 2007 geplant.
Das Konzept der neuen Architektenbahn lautet "Schale und Schatten". Die Stationen erscheinen in Hadid'scher Manier als glatte Skulpturen, die vom Zeitgeist poliert und glattgeschleckt wurden. Die Meisterin: "99 Prozent der Architektur auf der Welt werden nicht von Architekten bestimmt, sondern von Bauherren." Das meiste sei immer noch sehr konventionell und gehorche vor allem kommerziellen Erwägungen. Daher sei es wichtig, möglichst vieles von dem, was als theoretische Konzeption gilt, in den architektonischen Mainstream überzuführen.
Bezugnahme auf topografische Phänomene
Hadid zeichnete sich ihre Ideen vom Leibe; Sichtbeton und Glas sollten es sein. Die "schillernde Ästhetik" der Schalen nehme Bezug auf topografische Phänomene wie Gletscher-, Eis- oder Schneelandschaften. Doch die eigentliche Arbeit hatte der vor Ort ansässige Planer und Projektmanager Georg Malojer: "Der planerische Aufwand war enorm, das Glas hat uns bisweilen große Sorgen bereitet. Es gibt keine Wand ohne Verformung." Die Tiroler Unternehmen seien mit solchen Aufgaben nicht vertraut gewesen. Schließlich wurde das Glas in China produziert.
Ähnlich expressiv zeigt sich die neue Talstation der Galzigbahn in St. Anton am Arlberg. Wie ein wildes Reptil lauert das Gebäude von driendl* architects an der Straße und spuckt nacheinander dunkelblaue Gondeln aus. Das Glas enthüllt das technische Innenleben und lässt den Fahrgast schon von außen das Schauspiel der Bergfahrt erahnen. Statt der sonst üblichen Umlenkung in der Horizontalen holt das Rad in diesem Falle die Gondelkabinen nach unten (Seilbahntechnologie Doppelmayr). Nicht zuletzt ermöglicht dies einen ebenerdigen Zugang. Architekt Georg Driendl: "Uns war wichtig, die zukunftsorientierte Beförderungstechnik und den spektakulären Bewegungsablauf sichtbar in den Mittelpunkt zu stellen." Die Baukosten für die gesamte Liftanlage belaufen sich auf 22 Millionen Euro, die Talstation selbst schlug mit vier Millionen Euro zu Buche.
Zwei Lifte aus einer Talstation
Ähnliches vernimmt man aus Schladming. Um die beiden Skigebiete Planai und Hochwurzen miteinander zu verbinden, wurden Hofrichter-Ritter Architekten zu einem Entwurf für eine Talstation geladen, in der gleich zwei Lifte entspringen. Sie fassten die beiden Gebäude mit einem riesigen, geschwungenen Paravent aus Glas zusammen. Mit der Großform soll einer späteren Verhüttelung durch Standln und Geschäfte vorgebeugt werden. Dennoch weiß auch Gernot Ritter über den Alltag alpinen Bauens Bescheid: "Gerade im Tourismus, wo es dauernd um trendige, poppige, auch oberflächliche Dinge geht, ist es absurd zu sagen, dass alles vom Architekten geplant werden muss."
Albert Baier, Chef der Planai-Hochwurzen-Bahnen verspricht sich vom neuen Gebäude vor allem "mehr Emotion" - und natürlich eine dementsprechende Umsatzsteigerung. Nicht von ungefähr hört die Gondelbahn auf den Namen "Golden Jet". Der benachbarte Konkurrent hatte seine erst kürzlich eröffnete Bahn "Silver Jet" genannt. Doch Kleinkrieg und Konkurrenz hin oder her - auch in Schladming bringen die Architekten den unwiderruflichen Beweis, dass die Architektur mitunter der kleinste Anteil am fetten Baugeschehen ist. Die Kosten der gesamten Anlage beliefen sich auf 11 Millionen Euro, die der Talstation selbst auf 1,8 Millionen Euro. Sehr viel billiger wäre das Traditionsmodell Lederhose auch nicht gewesen.
Hightech-Torte mit Panoramablick
Die steilen Hänge sind erklommen, auf geht's zum Jagatee mit Stil. Schon einmal hinterließ der Münchner Architekt Peter Schuck seine Handschrift im tirolerischen Nobelsportort Sölden. Nicht weit davon entfernt wurde er nun nach Hochgurgl zu einer Bauaufgabe in großer Höh' eingeladen. Es galt, die Ötztaler Alpen dem rundum schweifenden Blick zu erschließen. Auf 3000 Meter Höhe wird der schroffe Grat vom so genannten Top Mountain Star gekrönt. "Eine solche Aufgabe zu bekommen, ist wie ein Sechser im Lotto", erklärt Schuck in ausladenden Gesten, "viele Skifahrer sehen den Berg nur noch als Höhendifferenz, um hinunterwedeln zu können. Dabei ist das Potenzial der Berge enorm."
An die Stelle einer abbruchreifen Schutzhütte stellte Schuck eine rundum verglaste Hightech-Torte hin, die einen 360-gradigen Ausblick auf die schneebedeckten Gipfel ermöglicht: Im Norden sieht man nach Österreich, im Süden reicht der Blick nach Italien bis hin zu den Dolomiten. Die Fassade kann aufgeschoben werden, bei Schönwetter kann man draußen sitzen und sich mit seiner Stärkung ans Geländer lehnen. Starke Nerven sind Voraussetzung angesichts von Glas und Gitterrost.
Glasbrüstung mit Swarovski-Steinen
Der Top Mountain Star hat den Marketing-Beinamen "Diamant in den Alpen" verpasst bekommen. So unbeholfen der Titel scheint, so pragmatisch ist seine Begründung: Die Glasbrüstung wurde mit tausenden Swarovski-Steinchen ausgeschmückt, auf dass sie in der eisigen Wintersonne kräftig funkeln mögen. Peter Schuck kann nach eigener Auskunft mit Werbung durchaus leben: "Swarovski verwendet zu haben, bedeutet 100 Prozent Marketing und null Prozent Architektur. Das traue ich mich ehrlich zu sagen."
Was sagen die Schweizer? Um eine Profitmaximierung zu erzielen, müsse man die schwächeren Regionen mit gezielten, architektonischen Interventionen zu so genannten "unique selling propositions" (UPS) aufpäppeln.
Die neue Sprache der Berge
Dezember 2006. Top Mountain Star wird feierlich eröffnet. Journalisten aus ganz Europa sind mit dabei, auch der deutsche Privatsender Sat.1 ist eigens angeflogen. Es wird ein Film gedreht, es wird viel fotografiert. Einmal vom Hubschrauber aus, dann live vor Ort. Der Architekt steht vor der Kamera. Er erklärt das Gebäude: "Wenn man hier schon baut, dann muss das Bauwerk aus dem Augenwinkel glitzern." Am Ende bekommt jeder ein Swarovski-Steinchen geschenkt. Das ist weder eine "stille Zone", noch unhübsches "Brachland". Das ist die neue Sprache der rufenden Berge. (Wojciech Czaja, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13./14.1.2007)
Der Nachfolger der New Yorker "Twin Towers" hat seine endgültige Bauhöhe von 541 Metern erreicht
Die noch in Bau befindliche Zentrale der "Tageszeitung des Volks" erinnert manche zu sehr an das männliche Geschlechtsorgan
Das mit Abstand höchste Bauwerk der Welt, der Burj Khalifa, ist im Ranking der höchstgelegenen Aussichtsplattformen nur Dritter. Eine Momentaufnahme
Am 24. April 1913 wurde das New Yorker Woolworth Building eröffnet. Bis 1930 war es das höchste Gebäude der Welt
Am Donnerstag wurde es eröffnet, am Freitag wird das Gebäude des Londoner Architekten Terry Pawson erstmals bespielt
Das neue Gotteshaus im Seelsorgezentrum der Voestalpine in Linz liegt mitten am Betriebsgelände, umgeben von Hochöfen und Stahlkessel
Hälfte-Eigentümer IVG Immobilien muss Franken-Kredit in Pfund umwandeln, Anleger könnten Schadenersatz geltend machen
Mit dem 355 Meter hohen "JW Marriott Marquis" in Dubai wurde kürzlich das höchste ausschließlich als Hotel genutzte Gebäude der Welt eröffnet
Auch Kasernen und ehemalige Gefängnisse können vermutlich schon ab Jänner für die Dauer von 50 Jahren gepachtet werden
Es sei "absolut unmöglich", die Höhe der Nachzahlungen für die italienische römisch-katholische Kirche festzulegen
Baukonzern machte Angebot, für 198 Millionen mehr und auf eigenes Risiko fertigzubauen
Senat entscheidet am Samstag über weitere Zusammenarbeit mit Baukonzern Hochtief - Eröffnung im Frühjahr 2017 vorgesehen
Nach rund 20-jährigem Rechtsstreit wurde das Gebäude dem privatem Verein Sing-Akademie zugesprochen
Nach sechs Jahren Bauzeit ist der Moskauer "Mercury City Tower" mit seinen 338 Metern fertig
"Spiegel" berichtet von massiv gestiegenen Errichtungskosten - Präsident Draghi sagte Teilnahme am Richtfest kurzfristig ab
Beim Neubau der Europäischen Zentralbank in der Main-Metropole wird "Richtfest" gefeiert, der Umzug ist für 2014 geplant
Das Design des neuen "Phoenix International Media Center" in der chinesischen Hauptstadt folgt der Form des "Möbius'schen Bandes"
Das weltbekannte Wahrzeichen der französischen Hauptstadt bekommt kleine Windräder und Solarzellen - Umbau bei laufendem Besucher-Betrieb bis Ende 2013
90-jähriger Modeschöpfer Pierre Cardin will 244 Meter hohen "Lichtturm" bauen
Renzo Pianos umstrittener Wolkenkratzer "The Shard" in London ist kürzlich eröffnet worden. Gleichgültig lässt er niemanden zurück
Die von Renzo Piano erdachte "Scherbe" ist das höchste Gebäude Westeuropas - Finanziert wurde der Bau mit Mitteln aus dem Emirat Katar
Erster neuer Turm am "Ground Zero" vor der Fertigstellung - Tausend Bauarbeiter nahmen an Zeremonie in New York teil
Abschluss der Generalsanierung des Wiener Architekturjuwels bis 2016 geplant - Gesamtkosten belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro
Ob in Einzelteilen oder am Stück - Häuser werden immer wieder um wenige Meter bis viele Kilometer übersiedelt
Mit 634 Metern ist das nadelförmige Bauwerk der höchste Fernsehturm der Welt
...meint immer, dass die bewohner tirols durch die berge ein eingeschränktes weltbild haben.
aber was sich seit einiger zeit architektonisch bei diversen liftstation tut, spottet jedem vorurteil. insbesondere wenn man bedenkt, mit welchen banalismus bahnhöfe in wien gebaut werden (u1 nord, nordbahnhof, hauptbahnhof, wien mitte ==> alles 08/15, fad, langweilig, hässlich).
dazu kommt, dass man in innsbruck der frau hadid mehr machen lässt. zum vergleich: das missratene seg-gebäude an der spittelauer lände. abgesehen von der lage, ist das ergebnis wohl die verhunzung eines ehemals mutigen entwurfs.
"viele Skifahrer sehen den Berg nur noch als Höhendifferenz, um hinunterwedeln zu können. Dabei ist das Potenzial der Berge enorm."
....womit wieder mal bewiesen wäre, dass qualität von der kombination "dummheit und geld" nun endgültig abgelöst wurde....
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.