101 Jahre Haft für Phisher in den USA

Redaktion, 14. März 2007 14:52

IT-Rechtsexperte bezweifelt Nutzen der Maßnahme

Ein professioneller Phisher ist in den USA zu 101 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der 45-jährige Jeffrey Brett Goodin aus Kalifornien ist damit der erste rechtsmäßig Verurteilte, bei dem der 2003 beschlossene CAN-SPAM Act der US-Regierung zum Tragen kommt. Dieser sieht drastische Strafen gegen Spammer und Phisher vor und soll in der Bekämpfung derartiger Cybercrime-Vergehen eine abschreckende Wirkung zeigen. Goodin wurde unter anderem zur Last gelegt, AOL-Kunden mit gefälschten E-Mails zur Herausgabe ihrer Kredit- und Accountdaten bewegt zu haben. Mit diesen ging der Verurteilte anschließend auf Einkaufstour.

Fingerzeig

"Derartige Strafen haben als Fingerzeig des Gesetzgebers und ergänzende Maßnahme im Kampf gegen Spamming und Phishing sicherlich ihre Berechtigung", meint der IT-Rechtsexperte Gerhard Laga von der Wirtschaftskammer Österreich im Gespräch mit pressetext. Das hohe Strafausmaß bezeichnete er allerdings als "klassisch amerikanisch". Ähnlich wie bei der Diskussion um die Todesstrafe glaubt Laga auch nicht, dass derartig hohe Strafen in der Praxis nachweislich zu weniger Straftaten führen. Viel wichtiger sei es, mehr Geld in die Verfolgung und die internationale Zusammenarbeit zu investieren, glaubt Laga: "Der Wille ist da, die Ressourcen derzeit aber noch beschränkt".

"Das Beispiel USA und Kanada zeigt, dass drakonische Maßnahmen wie die Androhung von Gefängnisstrafen und hohen Geldstrafen vor Ort greifen"

Während E-Mail-Spamming und Phishing-Attacken weiterhin stark ansteigen, streiten Rechtsexperten und Sicherheitsbeauftragte noch über die beste Vorgehensweise gegen Cyberkriminalisten. Einige Vertreter der Branche beurteilen die Vorgehensweise der USA und Kanada durchaus auch positiv. "Das Beispiel USA und Kanada zeigt, dass drakonische Maßnahmen wie die Androhung von Gefängnisstrafen und hohen Geldstrafen vor Ort greifen", meint etwa Sophos-Sprecher Christoph Hardy gegenüber pressetext. Gleichzeitig räumte er jedoch auch ein, dass eine strengere Gesetzgebung im jeweiligen Land unweigerlich auch zur Verlagerung der Problematik führe.

Als Gegner nationaler Anti-Phishing-Maßnahmen ist in der Vergangenheit unter anderem der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) aufgetreten, der die geplanten Änderungen in der deutschen Gesetzgebung zum Thema Internetsicherheit kritisiert hat. (pte)

johann potakowskyj
 
19.02.2007 15:29
der hat eben grossbankkapitalisten geschädigt

... und das geht nicht - grosskapital und konzerne bei ihren sozialen aufgaben der arbeitsplatzbeschaffung und der aktienwertvermehrung zu behindern und schädigen ist mindestens so voll gemeinheit und hinterlist, wie mundraub und kamaradschaftsdiebstahl.

da muss ja fest strafen!

die methode kann schule machen. z.b. auf einem parkplatz stehen, denn ein manager und so eines konzernseinnehmen möchte, weil er ein wichtigen thermin in seiner mission einhalten möchte: 105 jahre gefängnis
denselben eine krummen hund schimpfen, weil er das 5000fache verdient: 1000 jahre gefängnis

laut zu sagen, dass die konzerne kein segen der menschheit sind ist globale wirtschaftskraftzersetzung: 200 jahrre arrbeitlagerr!!!!

mfg
johann potakowskyj







Papp Kamerad
19.02.2007 02:12
101 jahre für phishing?

vertrXttelt klassisch amerikanisch.

so go
22.01.2007 17:53
Wurde nicht schon eine wirksame Methode entdeckt???

Feuer mit Feuer bekämpfen!

Klingt zwar nicht gut - und den Absender einer spammail, nieder zu spammen ist auch nicht die feine Art weil div. botnetze dann kurz vor dem Zusammenbruch stehen...

aber 1. erkennt man leichter wenn man teil eines botnets ist, weil gar nix mehr geht (und der ISP mehr Geld will)
und 2. ist es höchst effektiv.

Das Problem in diesem genanten Fall, waren die nicht-vorhandenen ressourcen eines anti-spyware Anbieters, der aufgrund dieser Idee dann zusperren musste, weil er sich "cyber-warfare" nicht leisten konnte.
Nur um sicher zu gehen, ein "reply to" bringt bei "ordentlichen" Spammails nur mehr spam...

Fredi1
02.03.2007 08:42

Dummerweise ist der Absender des Spams in 99.9% der Fälle nicht der, der im "Absender"-Feld steht. Das geht ganz einfach.

Deine Replys bekommt also ein völlig Unschuldiger, dessen Name als Absender (meist zufällig) ausgewählt wurde.

Mir vor ein paar Wochen passiert - ca. 20.000 Return-Mails erhalten, ohne jemals Spam verschickt zu haben.

j e
18.01.2007 11:31
101 Jahre?

Hm. US Soldaten vergewaltigen und töten ein minderjähriges Mädchen in Irak und bekommen ein bruchteil davon.

Was kommt als nächstes? Long Drop für Filesharing?

Leonardo Basil
22.01.2007 14:34

Ja fürs Filesharing von musikdateien.
Fürs sharen von den Fotos die bei der Vergewaltigung von Minderjährigen enstehen gibts 6 Monate, beim ersten mal auf Bewährung.

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