Die Milliardenmacher 2006

8. Februar 2007, 13:22
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Kleine Fonds stehen an der Spitze vieler nicht immer aussagekräftiger Rankings - Wie viel Kapital Fonds wirklich geschaffen haben - Analyse von e-fundresearch.com

In den alljährlichen Performance-Rankings finden sich zumeist Fonds mit relativ kleinen Fondsvolumina an der Spitze. Die Top-Fonds 2006 kamen etwa vorrangig aus Assetklassen die nicht zur Basisausstattung eines Fondsinvestors gehören, wie etwa Aktien aus China oder Russland bzw. europäische Immobilienaktien.

Viel bedeutender ist es da schon wenn große, bekannte Fonds hervorragende Ertragszahlen erzielen. Gewinnt ein Fonds mit einem Volumen von zehn Mrd. Euro zehn Prozent dazu, entstehen Kursgewinne von einer Milliarde Euro. Zudem partizipieren aufgrund des höheren Volumens in der Regel mehr Anleger von den Gewinnen als bei kleinen Fonds. Denn ein Fonds mit nur zehn Mio. Euro an Volumen schafft mit einer Performance von 100 Prozent nur Kursgewinne von zehn Mio. Euro.

Volumen x Ertrag = Kursgewinn

e-fundresearch hat für Sie deswegen errechnet, wie viel Kapital Fonds im letzten Jahr wirklich geschaffen haben. Dabei wurde das Fondsvolumen per Ende 2005 mit der Performance des Kalenderjahres 2006 multipliziert um die tatsächliche Vermögenssteigerung zu erhalten. Um unter diese Top-Fonds zu gelangen ist neben einer guten Performance auch eine entsprechende Fondsgröße notwendig. Untersucht wurden dabei alle 15.244 Fonds (alle Ausschüttungstranchen), die seit 31.12.2005 in Österreich, Deutschland oder der Schweiz zum Vertrieb zugelassen sind.

Die Milliardenmacher im Überblick

Am meisten Vermögen von allen hat im letzten Jahr Graham Clapp mit seinem Fidelity Funds - European Growth A geschaffen. Bei einer Performance von 15,1 Prozent - der MSCI Europe erzielte im selben Zeitraum 20,2 Prozent – und einem Volumen von 21,5 Mrd. Euro per 31.12.2005 erzielte der Brite Kursgewinne von 3,25 Mrd. Euro. Er verteidigte damit seinen Spitzenplatz vom Vorjahr, als Kursgewinne von 4,86 Mrd. Euro erzielt wurden. Die relative Underperformance im Vergleich zum Vergleichsindex und ein im Herbst angekündigter Fondsmanagerwechsel - seit Jahresanfang 2007 zeichnet nun Alexander Scurlock für das Flagschiff-Produkt verantwortlich – drückten aber trotzdem auf das Fondsvolumen. Dieses sank trotz der beachtlichen Kursgewinne von 3,2 Mrd. Euro im letzten Jahr von 21,5 auf 18,3 Mrd. Euro.

Murdo Murchison auf Platz zwei

Mit Respektabstand Platz zwei belegte der Templeton Growth Fund Inc. von Murdo Murchison. Mit einer Performance von 9 Prozent schlug der in USD notierte Fonds den MSCI World Index (7,9 Prozent) und schuf für seine Anleger ein zusätzliches Vermögen im Wert von immerhin 1,59 Mrd. Euro.

Europa und Deutschland-Aktienfonds top

Dahinter folgt der DekaFonds, welcher durch Investments in deutsche Aktien eine Performance von 24 Prozent erzielen konnte und damit Kursgewinne von 1,03 Mrd. Euro produzierte. Der zweitbeste Deutschland-Aktienfonds ist auf Platz 16 der DWS Investa, welcher Kursgewinne von 717 Mio. Euro erzielen konnte.

Platz vier und fünf gehen dann an zwei Europa-Aktienfonds von JPMorgan: Der JPM Europe Equity kam auf Kursgewinne von 961 Mio. Euro, der JPM Europe Strategic Value auf 949 Mio. Euro. Weitere Top-Europa bzw. Euroland-Fonds auf den vordersten Rängen sind der AriDeka (Platz 13, 785 Mio. Euro) und der UBS (Lux) Equity Fund - Euro Countries auf Platz 20.

China-Fonds nicht ganz vorne

Die anhand der absoluten Performance 2006 besten Fonds – vor allem China-Aktienfonds – finden sich im Kursgewinn-Ranking generell nicht auf den vordersten Plätzen. Der mit einer Kalenderjahresperformance von 78,7 Prozent beste Fonds des Jahres 2006, der JF China A USD, erzielte aber aufgrund seines Volumens von 446 Mio. Euro per 31.12.2005 immerhin Kursgewinne von 351 Mio. Euro. Zusammen mit den beachtlichen Nettomittelzuflüssen im letzten Jahr ist die Fondstranche bereits 1,7 Mrd. Euro groß. Der Top-Kursgewinner unter den China-Aktienfonds war 2006 aber der HSBC GIF Chinese Equity AD USD auf Platz 10 (Kursgewinne: 827 Mio. Euro).

Wo wurde Kapital vernichtet?

Aufgrund der schwachen USD-Entwicklung haben im Jahr 2006 vor allem USD-Geldmarktfonds das meiste Geld vernichtet. Dann folgen japanische Smaller Cap bzw. Large Cap Fonds. Maximale Kursverluste von 717 Mio. Euro stehen aber maximalen Kursgewinne von 3,25 Mrd. Euro (siehe Fidelity European Growth oben) gegenüber.

Fazit

Im Schnitt war 2006 ein gutes Jahr für Fondsanleger. Insgesamt erzielten alle Fonds zusammen Netto-Kursgewinne in Höhe von 125.155 Mio. Euro, wobei Kursgewinne von 154.531 Mio. Euro Kursverlusten von nur 29.376 Mio. Euro gegenüberstehen. Im Schnitt kam jede der 15.244 untersuchten Fondstranchen immerhin auf Kursgewinne von 8,2 Mio. Euro, wobei aufgrund von Nettomittelzuflüsse weitere 5,7 Mio. Euro dazukamen. Das durchschnittliche Fondsvolumen stieg deshalb um 13,9 Mio. Euro auf 152,8 Mio. Euro an. Festzustellen aber vor allem die Dominanz der großen Namen: Allein die Top-20-Fondsschufen im letzten Jahr ein zusätzliches Vermögen im Wert von 19,4 Mrd. Euro.

Alle Daten per 29.12.2006 in Euro / Datenquelle: Lipper

LINK: Die gesamte Analyse (inkl. Tabelle der Top-20-Fonds) finden Sie hier.

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