Gackerlsackerlgewaltpotenzial

18. Jänner 2007, 19:28
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Das Entfernen und Entsorgen von Hundekackerl birgt bisher unbekannte Risken

Es war heute. In der Früh. Und beim ersten Mal – vor einigen Wochen – hatte ich noch geglaubt, mich zu verhören. Oder an einen Irren geraten zu sein. Aber die Dame mit dem Zwerghund hatte mich ja auch nur kurz und halblaut gerüffelt. Aber Irre gibt es in jeder Größe & Sozialschicht – und in freier Wildbahn fallen sie einem halt erst auf, wenn man unmittelbar mit ihnen konfrontiert ist.

Etwa dann, wenn sie große, beim gemeinen Volk unter „Kampfhund“ laufende, Tiere bei sich führen, die weder Beisskorb noch Leine tragen – und jeden Hinweis auf das daraus resultierende Angstpotenzial für die Umwelt zumindest als Beleidigung, oft genug aber auch als Provokation auffassen.

Feig

Solchen Figuren und der Begegnung mit ihnen aus dem Weg zu gehen, mag feig klingen, ist aber nachvollziehbar. Für mich zumindest. Von solchen Hundehaltern dann aber frühmorgens einfach so angepöbelt zu werden, ist umso erschreckender.

Noch dazu, weil ich nix anderes getan hatte, als das, was ich nicht nur für selbstverständlich halte – sondern was eigentlich auch Vorschrift ist: Die Scheiße meines Hundes einsammeln nämlich. Das fällt zwar nicht unbedingt unter meine persönlichen Top-Ten-Tätigkeiten, ist aber immer noch angenehmer, als in die Kacke zu steigen. Oder mit Kinderwagen/Rollstuhl durch sie durchzupflügen. Und deswegen dem hundebetreibenden Menschen durchaus zumutbar.

Geschenkt. Denn als ich da heute in der Früh, den Hund an der einen Hand und die andere im umgekrempelten Sackerl am Gehsteig in die Hocke ging, glaubte ich kurz, zu träumen: „Bist du komplett deppert?“ pflaumte es von hinten. Und als ich mich umdrehte stand da ein anderer Hundepapi. Inklusive nietenhalsbandtragender Kampftöle. Der Hund schaute gelangweilt, aber der Mann war stinksauer. Und der ersten Beschimpfung folgten ein paar deftige Breitseiten von Beleidigungen und Flüchen.

Sammlerhass

Ich stand – besser: hockte – neben der Spur: Ich verstand ziemlich lange nicht, was den Kampfhundmann so echauffierte. Bis er zum Finale kam: „Wenn ich dich noch einmal dabei erwisch, wie du die Hundescheisse einsammelst, fängst eine. Und meinen Hund lass ich auf deinen los.“ Mein Gesicht dürfte immer noch ein erstauntes Fragezeichen gewesen sein – jedenfalls reichte der Wütende mir im Abgehen dann doch noch eine Erklärung nach: „Weil wenn das Schule macht mit dem Scheisse einsammeln, kommt gar noch einer auf die Idee, dass ich das auch machen soll – sicher nicht. Aber sicher nicht. Nicht mit mir.“

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