WoW: Ansturm auf den heimischen Handel

30. März 2007, 11:27
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Die mehr oder weniger künstliche Verknappung von Unterhaltungselektronik treibt seltsame Blüten

Wer am Dienstag Nachmittag auf der Wiener Mariahilferstrasse einen Einkaufsbummel machte, der konnte einem interessanten Schauspiel beiwohnen. Wie schon bei Nintendos Wii in Österreich oder der PlayStation 3 in Japan und den USA durfte wieder einmal Schlange gestanden werden.

World of Warcraft

KundInnen der Cosmos-Filiale auf der Mariahilferstrasse konnte gegen 15 Uhr den "Aufmarsch der Galdiatoren" bewundern. Da der Elektrokonzern am Vortag Inventur hatte, wurde der Verkauf des am Dienstag erstmals käuflich erwerbbaren Spiels "World of Warcraft: The Burning Crusade" auf 15.30 Uhr festgelegt. Schon eine gute Stunde vorher versammelten sich die ersten zukünftigen KundInnen um in der Schlange ihren Platz einzunehmen. Gegen 15.30 standen rund 100 KundInnen um das Add-On an.

Wettlauf

Der Verkäufer, scheinbar schon durch Wii und Co. geübt, gab hinter seinem Verkaufspult die letzten Anweisungen: "Es wird erst losgelaufen, wenn ich die Ware rausgeschoben habe und wieder weg bin. Nicht vorher ist das klar?" Fast hätte sich sein Plan auch erfüllt, aber die Menge war dann doch schneller bei den Paketen als der Verkäufer inter seiner Theke.

50 Stück

Laut ersten Angaben gelangten rund 30 Stück der Software in den Handel. Hinzukamen etwa noch einmal die gleiche Anzahl an Vorbestellungen. Dies erklärte auch die zwei Gruppen von KundInnen, die in der Filiale danach zugegen waren: die erfolgreichen Jäger und die umsonst angestandenen Online-SpielerInnen, die auf die nächste Lieferung warten müssen.

Künstliche Verknappung

Angesichts der jüngsten Ereignisse auf dem Spielemarkt stellt sich eine Frage: "Wozu diese künstliche Verknappung?" Spielekonsolen werden in extrem geringer Stückzahl an den Handel ausgeliefert und auch Software dürfte nicht wirklich in ausrteichendem Maße am Erstverkaufstag verfügbar sein. Doch wozu? Wieso, alll dieser Stress und der Ärger der enttäuschten KundInnen? Alles nur Marketing? Warum warten die Hersteller nicht bis ausreichende Stückzahlen vorhanden sind? Kommt es denn wirklich auf eine Woche mehr oder weniger an? Bis diese Fragen geklärt sind, heißt es weiter anstellen und warten. (red)

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