Maco bleibt offenbar in Salzburg

8. Februar 2007, 14:29
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Bis zu 400 neue Arbeits­plätze könnten in der wirtschaftlich schwa­chen Region entstehen, die definitive Entschei­dung fällt im Februar

Salzburg - Der Beschlägehersteller Maco wird nun höchstwahrscheinlich doch in Salzburg bleiben und zudem noch ein zweites Standbein in diesem Bundesland errichten, und zwar im Lungau. Firmenchef Ernst Mayer hat in Mauterndorf ein "fast ideales" Grundstück im Auge, das ihm Raumordnungslandesrat Sepp Eisl und Wirtschaftsreferent LHStv. Wilfried Haslauer schmackhaft gemacht haben. In der wirtschaftlich nicht besonders starken Region könnten dadurch bis zu 400 neue Arbeitsplätze entstehen.

"Das ist wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten auf einmal, ein epochales Ereignis für den Lungau", schwärmte am Dienstag der Obmann des Regionalverbandes und Mauterndorfer Bürgermeister Wolfgang Eder bei einem Pressegespräch. Und auch Haslauer sprach von der "wichtigsten Betriebsansiedlung des Jahrzehntes".

Was hat nun Mayer, der über drei Jahrzehnte gegen "widrige Umstände seitens der Politik" gekämpft hatte (eine notwendige Erweiterung am Stammsitz in Salzburg wurde nie ermöglicht), zum Bleiben in Salzburg und möglichen neuen Betrieb im Lungau umgestimmt? Bei einem Runden Tisch mit allen verantwortlichen Politikern von Stadt und Land wurde ihm zugesichert, dass die Erweiterung in Salzburg um rund 9.000 Quadratmeter jetzt doch möglich sei.

Förderungspaket

Eisl unternahm vor einer Woche einen "Tagesausflug" mit Mayer, um Grundstücke zu besichtigen, und Haslauer schnürte dann ein offenbar attraktives, EU-konformes Förderungs-Paket, so dass die Entscheidung für den Lungau nun fast gefallen ist. Mayer will aber noch eine verbindlichere Zusage der Stadt zur Erweiterung. Definitiv festlegen will er sich im Februar, denn ein Grundstück in Oberösterreich sei auch noch im Rennen.

Das Areal in Mauterndorf hat eine Fläche von rund 35.000 Quadratmeter, ist voll aufgeschlossen und liegt direkt an der Bundesstraße 95. Maco will dort Sicherheitsschlösser produzieren. Als ersten Schritt sollen rund 20 Mio. Euro investiert und 30 bis 50 Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Produktion könnte bereits im Frühjahr 2008 starten. Im Endausbau in einigen Jahren sollten es rund 400 Arbeitsplätze sein, etliche der etwa 2.000 Auspendler aus dem Lungau könnten dann im Bezirk bleiben, so Mayer. Auch eine ganze Reihe von Lehrplätzen soll dort entstehen.

Maco beschäftigt insgesamt über 2.000 Mitarbeiter, darunter knapp 900 im Stammwerk in Salzburg und etwa 1.000 am zweiten Produktions-Standort in Trieben in der Steiermark. In Russland wird noch heuer ein drittes Produktionswerk für den dortigen Markt eröffnet. Hinzu kommen neun Niederlassungen in Europa und China. Der Umsatz wurde von 1996 bis 2001 und von 2001 bis 2006 jeweils um 90 Prozent erhöht, absolute Zahlen wollte Mayer aber nicht preisgeben. Maco ist bei Fenster- und Türbeschlägen weltweit das drittgrößte Unternehmen am Markt. (APA)

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    foto: maco
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