Karin Scheele zieht erste Bilanz

14. Juli 2000, 14:30

Ein Jahr als Europa-Abgeordnete

Brüssel - "Ich habe viel mehr das Gefühl, etwas bewegen zu können, als ich mir das hätte vorstellen können", fasste Karin Scheele (SPÖ) am Freitag im Gespräch mit JournalistInnen ihre Erfahrungen nach dem ersten Jahr als Europa-Abgeordnete zusammen. Als Beispiel nannte sie das EU-Gesetz zur Entsorgung von Altautos, wo die ÖsterreicherInnen aus ihrer Sicht eine weniger industriefreundliche Linie durchsetzen konnten. Knappe Abstimmungen könnten die sechs SPÖ-Abgeordneten zusammen mit weiteren Parlamentariern, die sie für ihre Haltung gewinnen, schon einmal entscheiden, meint Scheele.

Schwierig gestalte sich hingegen die Darstellung ihrer Arbeit daheim, sagt die Niederösterreicherin, die vor ihrer Wahl im internationalen Sekretariat der SPÖ tätig war. So habe sie nach dem Beschluss der Schokolade-Richtlinie einen wütenden Anruf eines Österreichers erhalten, der sich beschwerte, dass nun "jedes Klumpert" in Schokolade hineingemischt werden könne.

Es habe ihr Mühe gekostet klarzustellen, dass die neue Richtlinie Frankreich und Belgien zwinge, österreichische Schokolade mit beigemischten pflanzlichen Fetten zu akzeptieren, während sich für heimische KonsumentInnen nichts ändere. Mit Bedauern registrierte Scheele, dass der Anrufer nach dieser Auskunft an den Details des neuen EU-Gesetzes nicht mehr interessiert gewesen sei.

Im Herbst sieht Scheele, die in den Ausschüssen für Umwelt- und Entwicklungspolitik tätig ist, die Stellungnahme zur Osterweiterung und das Gesetz über die Entsorgung von Elektrogeräten als Schwerpunkte ihrer Arbeit. (APA)

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    foto: standard/semotan
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