Silver Server wendet sich wegen eTel-Übernahme an Wettbewerbsbehörde

4. April 2007, 12:32
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Wenn Marktführer Telekom Austria Mitbewerber vom Markt kauft, bestehe Gefahr der Re-Monopolisierung

Der Wiener Internet Anbieter Silver Server, nach UPC und Tele2UTA drittgrößter Entbündelungsbetreiber in Österreich, hat sich wegen der Kaufs des Telekomanbieters eTel durch den Ex-Monopolisten Telekom Austria an die Bundeswettbewerbsbehörde gewandt. Grund: Durch die Übernahme seien die Errungenschaften der Telekom-Liberalisierung in Frage gestellt.

Nachhaltiger Wettbewerb

"Wenn man gestattet, dass die Telekom Austria, als Betreiber mit beträchtlicher Marktmacht, seine Mitbewerber sukzessive vom Markt kaufen darf, dann können die Ziele der Liberalisierung nicht mehr eingehalten werden. Es wird sich dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein nachhaltiger Wettbewerb mehr einstellen", so Silver Server-Geschäftsführer Oskar Obereder am Montag in einer Aussendung.

Bedingungen

Er schlägt vor, dass an den Kauf Bedingungen geknüpft werden: So soll die Telekom keine Produkte unter dem Namen eTel anbieten dürfen. Bestehende eTel-Kunden sollen aus ihren Verträgen ohne Berücksichtigung von Bindungsfristen oder Abschlagszahlungen aussteigen dürfen, verbleibende Kunden hingegen binnen kurzer Frist auf Produkte der Telekom Austria umgestellt werden. Die gesamte Infrastruktur der eTel sei der Telekom Control Kommission zu melden.

Kollokationsräume

Weiters sollte die eTel alle bestehenden Kollokationsräume zum Verkauf an Entbündelungsbetreiber freigeben. Von alternativen Infrastrukturbetreibern nachgefragte Infrastruktur müsste auf Basis der eTel-Preise zum Verkauf angeboten werden.

90 Millionen

eTel ging im Dezember des Vorjahres um rund 90 Mio. Euro an die börsenotierte Telekom Austria, was zu einem heftigen Aufschrei in der Branche geführt hatte. Der Leiter der Bundeswettwerbsbehörde, Walter Barfuß, hatte nach dem Kauf angekündigt, sich den Deal sehr genau anzusehen. (APA)

  • Silver Server Chef Oskar Obereder

    Silver Server Chef Oskar Obereder

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