Zu Besuch bei Moorleichen

25. Februar 2007, 18:35
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Sonderausstellung "Mumien aus dem Moor" im Naturhistorischen Museum Wien

Der "Rote Franz" lebte im 3. oder 4. Jahrhundert unserer Zeitrechnung im heutigen Niedersachsen. Er scheint ein Reiter und Krieger gewesen zu sein - zumindest wies er einige verheilte Kampfverletzungen auf. Etwa im Alter von 25 bis 32 wurde ihm jedoch die Kehle durchgeschnitten, sein Leichnam im Moor versenkt.

Das "Mädchen von Yde" in den heutigen Niederlanden war erst 16, als sie mit einem Wollband stranguliert wurde; ob es sich um ein rituelles Menschenopfer handelte oder ob die junge Frau nach ihrem Tod im Moor bestattet wurde, bleibt ebenso wie im ersten Fall unklar.

Diese beiden und fünf andere historische Fälle zeigt die Ausstellung "Mumien aus dem Moor" im Naturhistorischen Museum Wien. Zu sehen sind neben den Moorleichen selbst auch Rekonstruktionen ihres Aussehens zu Lebzeiten, Schmuckstücke und andere Artefakte.

Daneben wartet die Schau noch mit einigen Zusatzfeatures auf: So können BesucherInnen in einem interaktiven forensischen Labor, dem Bog-Science-Investigation-Labor, ihren "eigenen" Moorleichenfall aufklären. Führungen zu speziellen Aspekten - von der "Moormode" bis zur Ökologie des Biotops Moor - runden das Thema ab; die genauen Termine sind der Website der Ausstellung zu entnehmen.

Die Sonderausstellung mit rund 400 archäologischen Funden aus dänischen, deutschen und niederländischen Mooren läuft noch bis 15. April. (red)

  • Rekonstruktion des Mädchens von Yde
    foto: naturhistorisches museum wien

    Rekonstruktion des Mädchens von Yde

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