Milder Winter hält Heizkosten niedrig

8. Februar 2007, 17:02
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Die frühlingshaften Temperaturen sorgen für kräftige Energiekosten­ersparnis, bisheriger Heizbedarf um rund ein Viertel niedriger

Wien - Die frühlingshaften Temperaturen sorgen für eine kräftige Energiekostenersparnis in den österreichischen Haushalten. Wie ein APA-Rundruf am Montag zeigte, erwarten die Energieversorger - je nach Bundesland und Energieform - Einsparungen von bis zu 30 Prozent. Entwarnung herrscht bei den Konsumenten aber offenbar trotzdem nicht: Der Energiepreiskalkulator der staatlichen Regulierungsbehörde E-Control wurde innerhalb von fünf Tagen 35.000 mal angeklickt, die Hotline 350 mal angerufen.

Niederösterreich meldete am Montag eine erwartete Heizkostenersparnis von 10 bis 15 Prozent, das Burgenland erwartet 15 Prozent, in Wien rechnet man mit einer 10-prozentigen Verbrauchsreduktion. Spitzenreiter bei der Kostensenkung sind Salzburg und Vorarlberg, wo die Energiewirtschaft gar von Einsparungen bis zu 30 Prozent sprach. Kärnten bringt es auf bis zu 15 Prozent. Die Oberösterreicher sprechen von 20 Prozent. Tirol nähert sich Salzburg - mit 25 Prozent weniger Energieausgaben. In der Steiermark wird die Ersparnis hingegen nur mit 10 Prozent angegeben.

Ein Viertel weniger als im Vorjahr

Wie aus Daten der Hohen Warte hervorgeht, sank der Heizbedarf im heurigen Winter um ein Viertel gegenüber dem Vorjahr. Laut einer Studie der E-Control bedeutet ein Rückgang der mittleren Tagestemperatur im Winterhalbjahr gegenüber dem Vorjahr um je 1 Grad Celsius einen Zuwachs beim Stromverbrauch in Österreich um 1 GWh bis 1,1 GWh. Bei Gas erhöht sich der Verbrauch um knapp 10 GWh pro Tag. Der durchschnittliche Tagesverbrauch an Strom wurde dabei mit 175 GWh angesetzt. Der durchschnittliche Gasverbrauch in den Wintermonaten beträgt demnach 395 GWh für ganz Österreich.

Dass die Einsparungen so hoch ausfallen, dürfte auch mit dem geänderten Energiemix zusammenhängen. Öl und Gas haben in den vergangenen Jahren kontinuierlich an Beliebtheit verloren, dagegen sind Fernwärme und Holz als Energieträger zur Beheizung von Wohnungen und Häusern immer beliebter geworden. Mehr als die Hälfte der österreichischen Hauhalte heizen mit Öl oder Gas. Dabei sind seit Jahresbeginn 2002 die Preise für Heizöl laut Energieagentur um 70 Prozent (per November 2006) gestiegen. Der höchste Wert war im August 2006 mit einer Steigerung von 80 Prozent erreicht worden. (APA)

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    foto: standard/fischer
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