Schluss mit Zuschuss

4. April 2007, 12:42
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In den nächsten Tagen muss der ORF entscheiden: Dreht er seine alten analogen Frequenzen wie geplant ab März ab?

Nur noch bis Montag gibt es die 40 Euro Fördergeld für digitales Antennenfernsehen. In den nächsten Tagen muss der ORF entscheiden: Dreht er seine alten analogen Frequenzen tatsächlich wie geplant ab März ab?

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ORF-General Alexander Wrabetz steht vor einer spannenden Entscheidung: Tunlichst vor den Semesterferien geht es um die Frage: Drehen wir unsere alten analogen Fernsehfrequenzen wie geplant ab 5. März von Vorarlberg ostwärts ab?

Wer im Verbreitungsgebiet des digitalen Antennenfernsehens wohnt und weder über Kabel noch Digitalsatellit schaut, sollte bis zu den Stichdaten einen neuen Decoder haben. Sonst bleibt der Bildschirm schwarz. 300.000 brauchen bis zum Umstieg noch einen, schätzen Insider.

Für Wrabetz doppelt spannend

Für Wrabetz ist der Fahrplan doppelt spannend: Am 10. April soll seine groß angelegte Programmreform starten. Da käme es ganz gelegen, wenn möglichst viele Menschen die neuen Sendungen auch sehen können. Der Quotenerfolg der Reform lässt sich ob des Umstiegs nicht so einfach ablesen. Die Marktanteile österreichweit sind schwer zu vergleichen. Ebenso die bisher gebräuchlichen Marktanteile in Kabel- und Sathaushalten. Nur im Kabel und bei digitalen Satellitenhaushalten ändert der Technikwechsel beim Antennenfernsehen nichts.

ORF-General Wrabetz sagte bei Dienstantritt, er wolle die "Abschaltpläne noch evaluieren" mit seiner Sendertochter ORS und der Medienbehörde. Spielraum nach hinten gäbe es: Zur Umstellung im frequenzknappen Wien hat sich die Republik den Kanal 61 von Ungarn geborgt. Zurückgeben muss sie ihn nach Standard-Infos erst Ende 2007.

Noch einmal Sender suchen

Wer schon digital über Antenne schaut, muss nach der analogen Abschaltung übrigens noch einmal Sender suchen: ORF 1, ORF 2 und ATV wechseln dann auf die stärkeren, bisher analogen Kanäle. Die schwächeren bekommen dann Puls TV und andere Regionale sowie ORF-Spartensender. Den ersten 100.000 bot die Medienbehörde Zuschuss, wenn sie sich einen der MHP-Decoder kaufen. Bis Jahresende kassierten 35.000. Montag ist Schluss mit Zuschuss. Gebührenbefreite erhalten die 40 Euro weiter. Laut Wrabetz sollten Befreite auch Geld für Billigboxen bekommen.

Die teureren MHP-Boxen können den aufwändigeren Teletext ("Multitext") darstellen. Wohl im Herbst bekommen ihn auch digitale Kabelhaushalte (im Frühjahr 2007 gefördert). Auch über Satellit ist er technisch möglich. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 13./14.1.2007)

  • Teurere MHP-Decoder ermöglichen diesen aufwändigeren Teletext mit Spielen.
    foto: orf

    Teurere MHP-Decoder ermöglichen diesen aufwändigeren Teletext mit Spielen.

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